Der Restaurantführer speisekarte.de Die Facebook-Seite von speisekarte.de Die Twitter-Seite von speisekarte.de Die Foursquare-Seite von speisekarte.de Der Spreadshirt-Shop von speisekarte.de Die iPhone-App von speisekarte.de Der Artikel-Feed von speisekarte.de Partner von DuMont-Reise

Nestlé-Studie bescheinigt Deutschen ernährungstechnisches Unvermögen

Vorlieben bei der Nahrungsaufnahme gibt es wohl so viele, wie es Menschen gibt. Dennoch befasst sich die neue Nestlé-Studie damit, verschiedene Esstypen zu charakterisieren und deren Merkmale zusammenzufassen. Dafür wurden im Frühjahr 2008 knapp 4000 Deutsche nach ihren Essgewohnheiten befragt.

Auf diese Studie bezieht sich der Focus 3/09 und stellt fest, dass sich ein Wandel in der Esstradition herauskristallisiert, der einhergeht mit dem Strukturwandel unserer Gesellschaft. So wissen viele Bürger eigentlich, was gut für sie wäre, halten sich aber nicht unbedingt an den für sie geeigneten Speiseplan.

Auch die sieben Esstypen, die sich aus der Nestlé-Studie ergeben haben, spiegeln dies wieder. Was sehr schade ist: Egal in welchem der Genres der Nestlé-Studie man sich wiederfindet, negative Aspekte bleiben nie aus – nicht einmal bei der als „Idealisten“ bezeichneten Gruppe, in der sich laut der Studie hauptsächlich Frauen befinden, die ein bewusstes Leben im Einklang mit der Natur anstreben und auf bewusste, gesunde Ernährung, z.B. aus Bioläden, achten. Denn sogar diese können sich zu einseitig ernähren, was zu Heißhunger oder Verdauungsbeschwerden führen kann.

Auch die an Ausgewogenheit orientierten „Nestwärmer“, Familienmenschen, die verantwortungsvoll kochen und das Gemeinschaftserlebnis am Tisch genießen, werden kritisiert, nämlich für ihre tradierten Kochstile, die vom Kaloriengehalt noch an Zeiten angepasst sich, in denen man sich im Alltag mehr bewegt hat.

Sogar die „Problembewussten“, die durchschnittlich älteste Gruppe, machen Fehler – sie achten zwar meist aus gesundheitlichen Gründen auf ihre Ernährung und halten eisern an ihrem Konzept aus Obst, Gemüse und Nährstofftabletten fest, aber gerade Nahrungsergänzungsmittel machen oft leere Versprechungen. Außerdem wird bemängelt, dass die „Problembewussten“ sich zu wenig bewegen und ungern neues ausprobieren.

Damit wären die hauptsächlich positiven Esstypen auch schon abgehandelt, es folgen zwei Gruppen aus dem Business-Leben: Zum einen der „Multi-Optionale“, dem sein beruflicher Erfolg und ein kreatives, umweltbewusstes Leben wichtig ist, der sich aber auch leicht verzettelt, in Stress gerät und spät, unregelmäßig und gehetzt isst.

Ähnlich auch der „Gehetzte“, an dem kein gutes Haar gelassen wird – er „snackt“ sich durch den Tag, hat keine Zeit, über sein Essen nachzudenken und greift gerne auch zu Fast Food.

Eine weitere Gruppe wird als „Leidenschaftslose“ bezeichnet – Menschen, die sich kaum Gedanken über ihre Ernährung machen, ihr Leben als durchschnittlich bewerten und bei denen das Kochen schnell und ohne Aufwand ablaufen muss.

Als siebte Gruppe nennt die Nestlé-Studie den „Maßlosen“. Dessen Wertschätzung für gesunde Ernährung ist gering, er nimmt seine Nahrung unreflektioniert und oft spätabends ein. Nicht selten handelt es sich dabei um große Portionen zum Stillen von Appetit und Heißhunger.

Fazit: Würde man sich mit dieser Studie identifizieren, so müsste man sich eigentlich schämen, überhaupt etwas zu essen. Sich richtig zu ernähren ist demzufolge fast unmöglich! Wo soll das noch enden? Vielleicht in einer 8. Gruppe: “Lethargische Streber”. Diese machen zwar ernährungstechnisch alles richtig, aber aus ständiger Vorsicht und Kontrolle haben sie die Lust und Freude am Essen komplett verloren.

Auf speisekarte.de haben wir auch versucht, eine Kategorisierung von Esstypen hinzukriegen. Allerdings gehen wir dieses Thema anders an. Wir unterteilen die Esstypen in 2 Kategorien mit jeweils 2 Varianten: Die emotionalgesteuerten und die zielgerichteten Esser. Zu den emotionalgesteuerten Esstypen gehören die beiden Ausprägungen Genussmensch und Feinschmecker, während die zielgerichteten sich in Fast Food-Liebhaber und Gesundheitsapostel aufspalten.

Als erstes, da mit 68% am häufigsten vertreten unter den Gaumenfreunden auf speisekarte.de, ist der Genussmensch zu nennen. Bei ihm ist das Essverhalten emotional bestimmt und der sinnliche Genuss steht im Vordergrund. Daher neigt er auch zu einer undurchdachten, ja fast affektiven Hingabe zur Nahrung. Der Feinschmecker (16%) dagegen achtet sehr auf das, was er isst, und vor Allem, wie er isst: Ihm ist Frische und Qualität der Speisen genauso wichtig wie seine Freude an der Kochkunst und einem schönen Ambiente.

Ein Gesundheitsapostel (4%) wiederum isst, um zu leben. Er hat also ein sehr ausgeprägtes Gesundheitsbewusstsein. Häufig findet man in dieser Gruppe Vegetarier, Naturköstler oder Diätbewusste. Den Kontrast dazu bildet der Fast-Food-Liebhaber (12%); er möchte sein Essen lieber schnell haben und greift daher privat auch gerne zu Fertiggerichten, um möglichst schnell satt zu werden.

Zu was würden Sie sich zählen?

Veröffentlicht am 29. Januar 2009 um 16:44 Uhr von Manuela

Hinterlasse einen Kommentar