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Wussten Sie schon … Kastanien?

Der Herbst beginnt, die Bäume lassen ihre bunten Blätter fallen und die Kälte lässt auch nicht mehr lange auf sich warten. Das ist die Zeit der Kastanien. Zum Essen sind allerdings nur die Ess- oder Edelkastanien geeignet, auch Maroni, Maronen oder Keschde (pfälzerisch) genannt. Die Rosskastanie, die Kinder häufig zum Basteln aufsammeln, ist hingegen völlig ungenießbar und kann beim Verzehr zu Vergiftungserscheinungen führen. Also aufpassen, denn die beiden Früchte sehen sich sehr ähnlich. Das auffälligste Merkmal sind die Stacheln auf der Fruchthülle, die bei der Esskastanie wesentlich stärker ausgeprägt sind als bei der Rosskastanie.

Der Name Maroni oder Marone kommt von dem italienischen Wort „marroni“. Es bezeichnet speziell große Sorten der Esskastanie, von besonderer Qualität und mit einer glänzend-roten Schale. Außerdem sind diese Sorten besonders gut zu schälen und sehr viel feiner und nussiger im Geschmack.

Die Edelkastanie wächst überwiegend in Südeuropa. Der Baum kann, je nach Standort, bis zu 1000 Jahre alt werden. Schon die alten Griechen bauten die Edelkastanie großflächig an und verarbeiteten sie zu Mehl oder verkochten sie in Suppen. Später verbreitete sich der Baum dank der Römer auch in Mitteleuropa und Großbritannien und wurde dort im Mittelalter großflächig angebaut. Aufgrund des hohen Stärkegehalts wurde die Frucht zu einem wichtigen Nahrungsmittel für viele Bevölkerungsschichten, besonders zu Zeiten von Missernten und Armut. In Südeuropa werden Kastanien nach wie vor zu Mehl verarbeitet. Daraus werden dann Kastanienbrot und Kastanienkuchen gebacken.

In Deutschland werden die Edelkastanien vor allem in der Pfalz angebaut. Die Pfälzer nennen die Kastanie einfach „Keschde“. Wenn die Erntezeit der Kastanien dort beginnt, finden vielerorts wieder jede Menge Kastanienfeste statt. Dabei dreht sich nicht nur kulinarisch alles um die Keschde. Auch auf den Speisekarten der Restaurants in der Region findet man in dieser Zeit zahlreiche Kastaniengerichte.

Die Früchte der Esskastanie werden von Ende September bis  Anfang Oktober reif und fallen in ihren stacheligen Hüllen vom Baum. Das weiße, nussige Fruchtfleisch ist der essbare Teil und kann auf ganz unterschiedliche Weise deftig oder süß zubereitet werden. Die einfachste Zubereitung ist das Backen oder Rösten. Dabei schneidet man ein Kreuz in die Schale und legt die Kastanien für eine Viertelstunde bei 170° C in den Ofen. Das Einschneiden ist dabei besonders wichtig, denn zum einen lässt sich so die Schale besser abziehen, zum anderen kann es durchaus passieren, dass der Druck in den Kastanien zu groß wird und die Früchte im Ofen explodieren. Geröstete Maroni bekommt man jetzt zur kalten Jahreszeit wieder an kleinen Ständen in der Innenstadt oder auf Weihnachtsmärkten.

Für alle die es gerne etwas deftiger haben, sind Maronensuppe (Rezept) sowie Wild oder Geflügel mit Kastanienfüllung genau das Richtige. Die Tage würde sich beispielsweise eine Martinsgans mit Kastanienfüllung (Rezept) hervorragend anbieten.

Man kann die Kastanien aber auch zu Süßspeisen wie Maronencreme, marrons glacés und Kastanieneis verarbeiten. Vor allem in Frankreich und Italien sind diese Speisen sehr beliebt.

Und, schon Appetit auf einen kräftigen Braten mit Kastanienfüllung oder eine süße Maronencreme? Dann schnell auf speisekarte.de und nach Kastanien oder Maronen suchen!

Veröffentlicht am 4. November 2010 um 13:08 Uhr von Steffi
  1. Mike schreibt:

    Maronen, also Esskastanien, schmecken am besten in Südtirol beim Törggelen. In Kombination mit Schinkenspeck, Käse, Fladenbrot und jungem südtiroler Rotwein sind Maronen eine wahre Gaumenfreude.


  2. Mike schreibt:

    Die Pfälzer nennen die Kastanie einfach „Keschde“ und in Südtirol, wo diese Kastanie zum Törggelen gegessen wird, sagt man “Keschtn”. Man erkennt die sprachliche Verwandtschaft, obwohl beide Regionen von einander doch etwas entfernt liegen.


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