Maronen

Wussten Sie schon … Maronen?

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Der Herbst beginnt, die Bäume lassen ihre bunten Blätter fallen und die Kälte lässt auch nicht mehr lange auf sich warten. Das ist die Zeit der Kastanien. Zum Essen sind allerdings nur die Edelkastanien und Maronen, auch Maroni genannt, geeignet.

Eigenschaften und Vorkommen

Der Name Maroni oder Marone kommt von dem italienischen Wort „marroni“. Maronen sind eine spezielle Züchtung der Edelkastanie. Das auffälligste Merkmal, um diese von anderen Kastaniensorten zu unterscheiden, ist das äußere Erscheinungsbild. Maronen sind meist herzförmig und kleiner als die Edelkastanie. Außerdem verfügen sie über deutlich feinere Stacheln.

Die Marone wächst überwiegend in Südeuropa, vor allem Frankreich und Italien. In Deutschland werden die Esskastanien hauptsächlich in der Pfalz angebaut. Die Pfälzer nennen die essbaren Kastanien einfach „Keschde“. Aber auch in anderen Teilen Deutschlands sind vereinzelt Bäume zu finden. Eine Übersicht über öffentlich zugängliche Maronenbäume in Deutschland finden Sie hier auf Mundraub.

Herkunft und Geschichte

Der Baum kann, je nach Standort, bis zu 1.000 Jahre alt werden. Schon die alten Griechen bauten die Kastanien großflächig an. Später verbreitete sich der Baum dank der Römer auch in Mitteleuropa und Großbritannien und wurde dort im Mittelalter großflächig angebaut.

Zu dieser Zeit war die Frucht ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Aufgrund des hohen Stärkegehalts war sie ein wichtiger Ersatz für die Kartoffel und besonders bei Missernten von großer Bedeutung. Mithilfe von Kastanienmehl konnte Brot, das auch „Brot des kleinen Mannes“ genannt wurde, gebacken werden.

Aussaat und Ernte

Für die Aussaat des Baumes bietet sich mildes Herbstwetter zwischen November bis März an. Die erste Ernte der Maronen kann zumeist vier bis fünf Jahre nach der Aussaat ab Ende September erfolgen. Reife Früchte fallen in ihren stacheligen Hüllen vom Baum und können einfach aufgesammelt werden.

Besonders in der Pfalz finden zur Erntezeit vielerorts Kastanienfeste, die sich um vielseitige kulinarische Spezialitäten der Edelkastanie und Marone drehen, statt.

Verwendung und Zubereitung

Die Maronen können vielseitig eingesetzt werden: ob als Beilage zu Fleisch-, Gemüse- oder Wildgerichten, als Auflauf, Suppe, Salat oder Dessert. In Korsika wird sogar Bier aus Maronen gebraut. Eine Auswahl an verschiedenen Rezepten finden Sie am Ende dieses Artikels.

Am häufigsten jedoch werden die Maronen einfach geröstet oder gekocht. Dabei ist es wichtig die Maronen vorher kreuzweise einzuschneiden, um ein Platzen zu vermeiden. Die Schale muss nach dem kochen oder rösten abgezogen werden, da nur das Fruchtfleisch im Inneren der Marone verzehrt werden kann.

Geröstete Maronen

Frischetest und Lagerung

Vor der Zubereitung sollte ein Frischetest durchgeführt werden. Dafür die Maronen einfach in ein Gefäß mit lauwarmen Wasser geben. Wenn die Früchte auf den Boden sinken sind sie frisch.

An einem kühlen, trockenen Ort sind die Maronen bis zu einem Monat haltbar. Wer den ganzen Winter nicht auf Früchte verzichten möchte, sollte auf die Dauermaronen zurückgreifen. Die Dauermaronen sind bis zu drei Monate haltbar und können im Winter in den meisten Lebensmittelgeschäften und häufig auch auf Weihnachtsmärkten gekauft werden.

Vorgekochte, vakuumierte Maronen bilden darüber hinaus eine gute Alternative zu frischen Maronen.

Inhaltsstoffe und deren Wirkung

Die Maronen sind nicht nur reich an Stärke, sondern verfügen auch über viel Eisen, Phosphor, Kalzium, Vitamin B, Vitamin C, Vitamin E und Betakarotin. Sie ist also besonders reichhaltig an Mineral- und Nährstoffe und dies wirkt sich auf das körperliche Wohlbefinden aus.

So machen Maronen glücklich, da sie einen Anstieg des Glückhormons Serotonin bewirken. Außerdem entspannt Vitamin B bei Stress und angespannten Nerven und soll beim Einschlafen helfen. Kalzium stärkt die Knochen und Venen. Dies sind jedoch nur einige Beispiele, wie sich Maronen auf unsere Gesundheit auswirken.

Außerdem enthalten Maronen kein Gluten und sind deshalb als Mehl besonders für Menschen mit Zöliakie geeignet.

Und zum Schluss ein paar leckere Rezepte

Eine Maronen-Sellerie-Suppe eignet sich perfekt für die kalten Herbsttage.

Für alle die es gerne etwas deftiger haben, sind Wild oder Geflügel genau das Richtige. Wild Tajine mit Maronen und Granatapfel hört sich sehr verlockend an.

Man kann die Maronen aber auch zu Süßspeisen wie Schokoladen-Maronen-Tarte oder Maronen-Brioche-Knoten weiterverarbeiten.

Für Zwischendurch eignet sich ein leichter Maronen-Dip.

Und für die Pasta und Risottoliebhaber: Wie wäre es mit Pasta mit Rosekohl, Maronen und Walnüssen oder Rotwein-Maronen-Risotto?

Und, schon Appetit auf Maronen bekommen?

Wenn Sie nicht selbst kochen wollen, dann schnell auf speisekarte.de und nach Maronen in einem Lokal in Ihrer Nähe suchen!

Beitragsbild Maronen von Maja Dumat lizenziert als CC BY 2.0

4 Gedanken zu „Wussten Sie schon … Maronen?“

  1. Maronen, also Esskastanien, schmecken am besten in Südtirol beim Törggelen. In Kombination mit Schinkenspeck, Käse, Fladenbrot und jungem südtiroler Rotwein sind Maronen eine wahre Gaumenfreude.

  2. Die Pfälzer nennen die Kastanie einfach „Keschde“ und in Südtirol, wo diese Kastanie zum Törggelen gegessen wird, sagt man „Keschtn“. Man erkennt die sprachliche Verwandtschaft, obwohl beide Regionen von einander doch etwas entfernt liegen.

  3. Ich finde Esskastanien gibt es viel zu wenig, sie sind einfach total super! Ich würde sie gern das ganze Jahr über essen. Warum gibt es sie nur so wenig und auch nicht aus Deutschland zu kaufen, wenn sie doch auch hier wachsen?

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