Was isst man in … Deutschland zu Weihnachten?

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Im letzten Jahr um diese Zeit haben wir berichtet, was bei unseren europäischen Nachbarn so alles auf den Festtagstisch kommt. Doch welche traditionellen Weihnachtsgerichte gibt es eigentlich in Deutschland? Diese Frage wollen wir heute, kurz vor Weihnachten, noch klären.

An Weihnachten kommen in Deutschland vor allem Weihnachtsgans, Karpfen, Würstchen mit Kartoffelsalat, Raclette und Fondue auf den Tisch. Dabei macht es keinen Unterschied wann das Weihnachtsessen statt findet. In manchen Regionen und Familien findet das große Festmahl an Heiligabend vor oder nach der Bescherung statt .In anderen Regionen und Familien gibt es an Heiligabend nur ein kleines, einfaches Gericht. Das traditionelle Weihnachtsessen gibt es dann erst am ersten Weihnachtsfeiertag. Je nach Tradition oder Region.

 

Den Anfang macht die Weihnachtsgans. Sie ist in vielen deutschen Haushalten beliebt und wird überwiegend am ersten Weihnachtsfeiertag verzehrt. Die Zubereitung ist jedoch sehr aufwendig. Vor dem Braten wird die Gans mit Zwiebeln, Äpfeln und Maronen befüllt und mit Majoran oder Beifuß gewürzt. Als Beilage gibt es dazu ganz traditionell Klöße und Rotkohl. Der Brauch der Weihnachtsgans (Rezept) soll übrigens ursprünglich im Jahre 1588 in England entstanden sein. Die damalige Königin Elizabeth l. hatte an Heiligabend gerade an ihrem Gänsebraten gegessen, als sie die Nachricht erreichte, dass die spanische Armada von den englischen Truppen besiegt worden war.
In vielen Regionen Deutschlands ist hingegen auch der Weihnachtskarpfen ein altbekannter Brauch. Dieser Brauch entstand, um die christliche Fastenzeit in den 40 Tagen bis Heiligabend einzuhalten. Um aber dennoch den Heiligabend gebührend zu feiern sollte ein besonderes, vegetarisches Gericht auf den Tisch kommen. Vor allem im südlichen Raum Deutschlands gehört der Karpfen zu Weihnachten traditionell dazu. Für die klassische Zubereitung des Weihnachtskarpfens wird der Fisch in Stücke geschnitten, paniert und in Fett gebraten. Dazu gibt es Kartoffelsalat, Gurkensalat und Kartoffeln. Um den Karpfen auch richtig zu esse, gibt es hier eine kleine Anleitung. Auch um den Karpfen ranken sich einige Legenden. So sollen die Schuppen des Fisches – wenn man sie in seine Jackentaschen gibt – zu einem unverhofften Geldsegen im neuen Jahr führen. Die Gräten werden am nächsten Tag unter einen Obstbaum gelegt, damit dieser im Frühjahr gut wächst und viele Früchte trägt.

Weniger traditionell, aber genauso festlich sind Raclette und Fondue. Raclette ist ursprünglich ein Schweizer Nationalgericht. Dabei wird ein Käselaib am Feuer geschmolzen. Der geschmolzene Käse wird dann vom Laib auf den Teller geschabt. Mittlerweile gibt es aber spezielle Raclettegrills, die es erlauben auch ohne offenes Feuer und großen Käselaib zu Hause Raclette zu genießen. In die Pfännchen des Raclettegrills kann man dann den Käse schmelzen. Den Raclette-Käse gibt es oft abgepackt in Scheiben zu kaufen. Dazu gibt es dann viele verschiedene Beilagen, unter anderem Kartoffeln, verschiedenes Gemüse oder Mais.

Fondue kommt ebenfalls eigentlich ursprünglich aus der Schweiz. Es gibt davon aber viele Varianten wie Käsefondue, Fettfondue oder Weinfondue. Das ursprüngliche schweizer Fondue ist das Käsefondue. Dabei wird geschmolzener Käse zusammen mit Weißwein, Obstler, Knoblauch und Pfeffer in einem Keramiktopf erhitzt. Mit einer langen Gabel und einem Stück Kartoffel oder Weißbrot darauf nimmt man dann den Käse aus dem Topf auf. Beim Fettfondue benötigt man hingegen einen Metalltopf, um das Fett darin zum Kochen zu bringen. In das kochende Fett legt man dann mit einer Gabel ein Stück Fleisch oder Fisch und lässt es einige Zeit im Topf kochen. Auf die gleiche Art und Weise funktioniert auch das Weinfondue, mit der Ausnahme, dass hier kein Fett sondern siedender Rotwein verwendet wird. Eine andere Abwandlung, aber eher für den Nachtisch geeignet, ist Schokoladenfondue. Hierbei wird Schokolade in einem Topf zum Schmelzen gebracht. Mit einer Gabel werden dann Früchte aufgespießt und mit Schokolade überzogen.

Der Klassiker an Heiligabend aber ist und bleibt für viele Würstchen mit Kartoffelsalat! Sie sind die Nummer eins in Sachen Weihnachtsessen. Auch dahinter steckt ein alter Brauch. Bei diesem doch recht einfachen Essen soll an die Armut von Maria und Josef in der Nacht von Christi Geburt erinnert werden. Zudem zählt der Heilige Abend ja eigentlich noch mit in die christliche Fastenzeit, in der fleischlos und einfach gegessen werden sollte. Auch wenn Würstchen nicht wirklich in die Fastenzeit passen, für viele Familien ist es ein praktisches Essen ohne große Vorbereitungen zwischen Familienbesuchen, Bescherung und besinnlichem Beisammensein. Das große Festessen wird dann aber meist am ersten oder zweiten Weihnachtsfeiertag gegessen.

Jede Familie hat da eben so ihren eigenen Brauch und es gibt sicher noch viele weitere kulinarische Weihnachtsbräuche. Aber selbstverständlich dürfen an Weihnachten auch die Plätzchen und Lebkuchen auf gar keinen Fall fehlen.


Das speisekarte.de-Team wünscht allen ein frohes Weihnachtsfest und schöne Feiertage!

Bilder: Christmas goose (Weihnachtsgans) – Jürgen Howaldt, Raclette – Grcampbell
Quelle: Wikimedia Commons

5 Gedanken zu „Was isst man in … Deutschland zu Weihnachten?“

  1. Bei uns gibt es jedes Jahr Ragu Fin am Heilig Abend. Als Vorspeise gibt es eine leckere Hühnersuppe, als Nachtisch ein Wallnuss Eis. Am ersten Weihnachtstag gibt es erneut die Hühnersuppe als Vorspeise, als Hauptgang eine Gans und zum Nachtisch selbstgemachten Bratapfel mit Schokoladenfüllung und Vanillesoße. Später am Tag gibt es dann noch Kuchen, meistens Schokoladenkuchen und Buttercremetorte. Als „Abendessen“ essen wir dann gemeinsam das Ragu Fin von Vortag.

    So läuft das jede Weihnachten und ganz ehrlich: Ich genieße das Schlemmen.

  2. Ich liebe das traditionelle Raclette-Essen an Heilig Abend. Am 1. Feiertag gibt es dann ganz klassisch Gans mit Kartoffelklößen, Rotkohl und Rosenkohl. Zum Nachtisch dann lecker Schokopudding und Zimteis.

  3. Ich bemerke gerade in diesem Moment dass ich blog.speisekarte.de wesentlich mehr lesen sollte 😉 – da kommt man echt auf krasse Einfälle

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