Wussten sie schon … Bratwurst?

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Die Bratwurst gehört in Deutschland zu den beliebtesten Grillspezialitäten. Jeder Deutsche verzehrt im Jahr etwa 2,7 kg der leckeren Würstchen. Doch bei Bratwürsten gibt es durchaus große Unterschiede. Sie können grob oder fein, roh oder gebrüht und groß oder klein sein. Doch eines haben sie alle gemeinsam, eine Füllung aus Brät. Hier eine kleine Übersicht über die wichtigsten Vertreter der deutschen Bratwurstlandschaft.

Nürnberger Rostbratwurst

Die Nürnberger Bratwurst darf, wie der Name schon sagt, nur im Nürnberger Stadtgebiet nach einer vorgeschriebenen Rezeptur hergestellt werden. Die kleine Wurst ist gerade einmal 7 bis 9 cm lang und maximal 25 g schwer. Sie wird ausschließlich in den Dünndarm des Schafes gefüllt und erhält ihren typischen Geschmack durch eine spezielle Majoran-Würzung. In den Bratwurstküchen Nürnbergs wird typischerweise ein Dutzend oder ein halbes Dutzend Rostbratwürste mit Meerrettich, Kartoffelsalat oder auf Kraut (Sauerkraut) serviert. Im Straßenverkauf werden die kleinen Würstchen als „3 im Weckla“, das heißt 3 Nürnberger Bratwürste im Brötchen, angeboten. Eine ganz besondere Spezialität stellen die „Sauren Zipfel“ dar. Dies sind Nürnberger Bratwürste die zusammen mit Zwiebeln, Wacholderbeeren und Lorbeerblättern in einem Essigsud gegart werden.

Thüringer Rostbratwurst

Die Thüringer Rostbratwurst hat eine jahrhundertelange Tradition und einen herzhaft würzigen Geschmack. Die genaue Gewürzmischung variiert je nach überlieferter Rezeptur. Allerdings werden neben Salz und Pfeffer meist auch Kümmel, Majoran und Knoblauch verwendet. Um den Namen Thüringer Rostbratwurst tragen zu dürfen müssen mindestens 51% der Zutaten aus Thüringen stammen. Diese Wurstspezialität ist daher vor allem bei den Einheimischen sehr beliebt, denn 2/3 der jährlich produzierten 22 000 t essen die Thüringer selbst. Eine echte Thüringer Wurst ist 15 bis 20 cm lang und in einen engen Naturdarm gehüllt. Sie kommt roh auf den Holzkohlegrill und wird dann meist in einem Brötchen mit Senf verzehrt.

Fränkische Bratwurst

Die Fränkische Bratwurst ist 10 bis 20 cm lang und relativ grob. Geschmacklich ist sie der Nürnberger Rostbratwurst sehr ähnlich, aufgrund ihrer Größe ist sie jedoch häufig saftiger. Das Brät wird zusammen mit Majoran, Pfeffer, Piment und Muskat in einen Schweinedünndarm gefüllt. Neben der traditionellen Fränkischen Bratwurst existieren viele regional verschiedene Varianten der Wurstspezialität.
So ist die stark gewürzte Ansbacher Bratwurst recht grob und relativ fett, wohingegen die Hofer Bratwurst viel feiner und magerer als andere fränkische Würstchen ist. Die Besonderheit der Coburger Bratwurst ist, dass sie als einzige Wurst Deutschlands mit rohen Eiern als Bindemittel hergestellt werden darf. Mit Alkohol veredelt werden hingegen die Bamberger Bierbratwurst (enthält etwa 1% Bier), die scharfe Bamberger Schnapsbratwurst (enthält 1% Obstler) und die Würzburger Bratwurst mit Frankenwein. Die oberfränkische Kulmbacher Bratwurst zeichnet sich durch einen hohen Kalbfleischanteil aus und wird meist in einem Anis-Brötchen serviert. Eine weitere Besonderheit stellt die Sulzfelder Meterbratwurst dar, die so dünn wie eine Nürnberger Rostbratwurst ist, aber dafür, wie der Name schon sagt, einen ganzen Meter misst.

Nordhessische Bratwurst

Die sehr lange (20-25 cm) Nordhessische Bratwurst ist der Thüringer sehr ähnlich. Allerdings wird das verwendete Schweinefleisch wesentlich gröber durchgedreht als bei der Thüringer Wurstspezialität.

Pfälzer Bratwurst

Das grobe Brät der Pfälzer Bratwurst wird häufig mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser versetzt, um die Bindung zu erhöhen. Anschließend wird dieses in einen Naturdarm gefüllt und gebraten oder gegrillt. Verzerrt werden die etwa 15 cm langen Würstchen mit Weinsauerkraut, etwas Bratensauce und Brot.

Rostocker Bratwurst

Die Rostocker Bratwurst ist vor allem in Ostdeutschland verbreitet. Sie ist nur etwa 12 cm lang, aber dafür bis zu 3 cm dick.

Schlesische Bratwurst

Die schlesische (weiße) Bratwurst kommt aus dem heute polnischen Gebiet östlich der Oder/Neiße-Grenze. Sie wird häufig auch als schlesische Weißwurst bezeichnet und besteht aus Kalbfleisch, Schweinespeck und Eis. Ihren besonderen Geschmack erhält die Bratwurst durch Zugabe von Zitronengewürz und Weißwein. Die schlesische Bratwurst wird langsam in Butter gebraten und mit einer typischen Tunke (Fischtunke oder Pfefferkuchentunke) serviert. Traditionell wird diese Wurstspezialität zur Weihnachtszeit verzehrt.

Rote Wurst

In Schwaben und Baden ist die Rote Wurst besonders beliebt. Dieses Grillwürstchen ähnelt einer Bockwurst und erhält sein würziges Aroma und seine rötliche Farbe durch die Zugabe von Pökelsalz.

Westfälische Bratwurst

Die Westfälische Bratwurst ist eine gebrühte Wurst im Schafsdarm. Sie wird vorwiegend aus Schweinefleisch unter Zugabe von Eis hergestellt. Die sehr magere helle Wurst wird häufig auch als Currywurst zubereitet.

In Deutschland gibt es ganz unterschiedliche Bratwürste, die nach regionalen Rezepten hergestellt werden. Am besten schmecken diese allerdings in der jeweiligen Region. Probieren sie auf ihrer nächsten Reise durch Deutschland doch einmal eine regionale Würstchendelikatesse aus.

Bild: Rostbratwurst von DKrieger
Quelle: Wikimedia

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