Was ist eigentlich … Holunder?

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Holunder, oder Schwarzer Holunder, ist ein Strauch, der in ganz Europa, in Nordafrika und in Teilen Asiens zu finden ist. Er wächst besonders im Windschatten von Häusern, sowohl wild als auch kultiviert und kommt in vielen Gärten sowie an Wegesrändern vor. Der Holunderstrauch ist eine anspruchslose und robuste Pflanze, deren Blüten, Blätter und Früchte seit jeher als Heilmittel, Farbstoff und in der Küche Verwendung finden.

Holunder entpuppt sich als wirksames Hausmittel

Holunder gilt als ein altbekanntes und wirksames Hausmittel gegen Fieber und Erkältungen. Seine schweißtreibende und entzündungshemmende Wirkung soll das Fieber senken und den Genesungsprozess antreiben. Schon der alte Hippokrates aus Griechenland schwörte vor über 2000 Jahren auf die heilenden Kräfte von Holunder. Er bezeichnete ihn als hauseigenen Medizinschrank, der gegen Verstopfung, Gicht und Frauenbeschwerden helfe. Diese These gilt bis heute.

Holunder enthält zudem sehr viel Vitamin C, wodurch das Immunsystem gegen Erkältungen gestärkt werden kann. Für all diese Anwendungsgebiete braut man einen Holunderblüten-Tee (Rezept) aus den Blüten, die von Mitte Mai bis Juli gepflückt werden können. Dieser Tee wirkt zudem sehr harntreibend und blutreinigend, dadurch ist er sehr gut für Rheumapatienten oder bei Hautproblemen geeignet.

Reife Holunderbeeren am Holunder Strauch
Holunderbeeren

Die Geschichte hinter Holunder

Den Holunderstrauch umgeben viele Sagen und Geschichten. So sagte man im Mittelalter, dass ein verdorrter Holunderstrauch das Ableben eines Familienmitgliedes ankündigte. Auf der anderen Seite diente der Holunder im Garten aber als Abwehrmittel gegen böse Hexen und schwarze Magie sowie Feuer und Blitz, da er die guten Hausgeister beherbergte. Man durfte die Geister jedoch nicht verärgern und den Strauch beschneiden oder gar entfernen, sonst gaben sie den Schutz der Hausbewohner auf. In der Mythologie war der Strauch der Göttin Holda – auch bekannt als Frau Holle – geweiht, wovon möglicherweise auch die Bezeichnung „Holunder“ abstammen könnte. Im Volksmund ist Holunder aber auch als Elderbaum, Holler, Holderbaum oder Kelkenbusch bekannt.

Holunder als Lebensmittel

Holunder kommt in den letzten Jahren auch wieder häufiger in der Küche zum Einsatz. Sowohl die Holunderblüten als auch die Beeren, die eigentlich Steinfrüchte sind, werden als Lebensmittel verwendet. Ein bekanntes Gericht aus den Blüten sind „ausgebackene Holunderblüten“, auch als Hollerküchle (Rezept) bekannt. Dafür werden die weißen, stark duftenden Blüten in einen Teig getaucht und anschließend gebacken oder frittiert. Außerdem wird aus den Blüten Sirup, fruchtige Holunderlimonade und Sekt zubereitet.

Die kleinen, sechs Millimeter großen Holunderbeeren werden hingegen vor allem für die Zubereitung von Mus, Holundermarmelade oder Saft verwendet. Aber auch eine Holunderbeersuppe (Rezept) soll sehr lecker sein.

Die Beeren müssen aber vor dem Verzehr abgekocht werden, da sie – wie Rinde und Blätter – den Giftstoff Sambunigrin enthalten, der bei Kindern und sensiblen Mägen Erbrechen oder Magenbeschwerden auslösen kann. Die Beeren können im Spätsommer, in den Monaten August und September geerntet werden. Sie werden jedoch nicht zeitgleich reif, daher hängen an den Sträuchern schwarz-rote und teilweise grüne Beeren. Diese grünen Beeren sollten auf keinen Fall verzehrt werden, da sie einen sehr viel größeren Anteil von dem abführenden giftigen Inhaltsstoff haben.

Sind die Beeren einmal gekocht, können sie wunderbar auch in Roter Grütze verarbeitet werden. Außerdem eignet sich Holundersaft hervorragend zu Wild (Rezept), gewürzt mit Thymian, Pfeffer oder Wacholderbeeren.

Aber Vorsicht: der Saft der Holunderbeeren wurde schon bei den alten Römern zum Haare- und Textilienfärbern genutzt und lässt sich so gut wie unmöglich aus Kleidungsstücken entfernen.

Auch Appetit auf eine fruchtige Holundersuppe oder Hollerküchle bekommen? Dann gehen sie schnell auf speisekarte.de und suchen Restaurants mit Holunder auf der Speisekarte!

Bild: „Sambus nigra 004.jpg‎ “ von H. Zell
Quelle: Wikimedia

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