Wussten Sie schon … Tatar?

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Unter Tatar (früher: Tartar) – auch Schabefleisch genannt – stellen sich viele nur ein einfaches Rinderhackfleisch vor. Doch Tatar ist viel mehr als nur Hackfleisch!

Tatar kann man sich zwar tatsächlich wie Rinderhackfleisch vorstellen, jedoch wesentlich feiner. Tatar wird aus edlem, sehnenfreiem Muskelfleisch hergestellt, das maximal sechs Prozent Fett enthalten darf. Das Fleisch stammt aus dem Filet oder der Oberschale vom Rind. Vor dem Verzehr wird das Fleisch entweder durch den Fleischwolf gedreht oder in kleine Stücke geschnitten und fein geschabt.

Tatar wird roh verzehrt. Das mag für einige nicht sehr appetitlich klingen, für andere ist es hingegen eine wahre Gaumenfreude! Dafür sollte das Fleisch jedoch wirklich frisch und hochwertig sein, um Keime und andere Gesundheitsrisiken zu vermeiden. Im Restaurant wird deshalb das Tatar erst kurz vor dem Servieren klein gehackt.

Die Bezeichnung leitet sich übrigens tatsächlich von dem Wort Tataren ab. Als Tataren wurden seit dem Mittelalter plündernde Völker aus Eurasien bezeichnet, Dschingis Khans Truppen zum Beispiel wurden in Europa so genannt. Die Tataren sollen das rohe Fleisch unter den Sattel ihres Pferdes gelegt haben und den ganzen Tag darauf geritten sein, damit es mürbe wird und man es am Abend verzehren konnte.

In Deutschland wird das Tatar in der Regel klassisch serviert (Rezept). Dazu würzt man das rohe Tatar nur mit ein wenig Salz und Pfeffer und formt es zu einer Scheibe, in deren Mitte eine Vertiefung eingedrückt wird. In diese Vertiefung kommen ein rohes Eigelb, Sardellenfilets und Kapern. Darüber werden feingehackte Zwiebeln gestreut. Als Beilage zu Tatar werden Mischbrot und Mixed Pickels gereicht. Manchmal bekommt man dazu auch noch Worcestershire- oder Tabascosauce serviert.Die Zubereitungsweise kann jedoch regional variieren. Auch Salat oder Kartoffelecken passen gut zu dem rohen Hack.

Es gibt auch Tatar von anderen Tieren. Ein Tatar vom Schwein wird zum Beispiel als Mett bezeichnet, außerdem gibt es noch Häckerle vom Salzhering oder Matjes, Lachstatar vom Graved Lachs oder Thunfischtatar (Rezept). Man kann aber auch Tatar aus Obst oder Gemüse, wie Auberginen- oder Avocadotatar, zubereiten. Man muss dafür nur alles in kleine, gleichmäßige Stücke schneiden oder hacken und kann es dann ganz nach seinem Geschmack würzen.

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Tatar war übrigens die richtige Antwort auf die 67. Frage im Schlemmerquiz: Wie bezeichnet man eine rohe Fleischdelikatesse, deren Wortursprung von einem plündernden Volk abstammt?

Bild: „Tatar-1“ von Rainer Zenz
Quelle: Wikimedia

2 Gedanken zu „Wussten Sie schon … Tatar?“

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