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Gewürzkunde: Muskat

Schon mit einer kleinen Prise dieses aromatischen Gewürzes wird vielen Gerichten eine exotische Geschmacksrichtung gegeben. Haben Sie das Gewürz schon erraten? Natürlich geht es hier um die Muskatnuss.

Die Muskatnuss war bereits lange vor Christus in Ägypten bekannt und begehrt. Um 400 nach Christus brachten arabische und venezianische Händler das sehr seltene und darum kostbare Gewürz nach Europa. Doch erst Anfang des 16. Jahrhunderts begann die eigentliche Geschichte der Muskatnuss und des Gewürzhandels. Der Preis für 1 Kilo Muskatnüsse lag damals übrigens bei 1 Kuh bzw. 6 Schafe?

Botanisch gesehen ist die Bezeichnung Nuss falsch, da es sich bei der Frucht des Muskatbaumes um eine einsamige Beere handelt. Der Kern der Beere enthält in seinem Inneren den ölhaltigen Samen, die sogenannte Muskatnuss. Der Samenmantel ist im Handel unter dem Namen Muskatblüte oder Macis bekannt. Bedeutend sind die Vorkommen in Indonesien, Madagaskar, Mauritius, Westindien und Brasilien. Gute Bäume liefern jährlich etwa 1500 bis 2000 Nüsse, die sich auf die dreimal im Jahr stattfindende Ernte verteilen. Jede Nuss wiegt zwischen 5 und 10 Gramm.

Die Muskatnuss duftet sehr fein aromatisch und schmeckt charakteristisch feurig-würzig und leicht bitter. Meistens wird die intensiv würzende Muskatnuss frisch gerieben – ihr Aroma ist sehr leicht flüchtig – sparsam verwendet. Sie eignet sich zum Würzen von Suppen (Rezept), Soßen (Rezept), Gemüse, Fleischspeisen, Kartoffelgerichten, Gebäck sowie zu heißer Schokoladen- und Vanillesauce. Einen exotischen Geschmack verleiht eine Prise Muskat auch Obstsalaten und Kompott. Selbst in einzelnen Wurstgewürzmischungen ist Muskat enthalten. In der Likörindustrie werden Muskatnüsse zum Beispiel in Sangria aber auch in Punsch und Glühwein verarbeitet.

In verschiedenen Ländern und Regionen hat man besondere Verwendungen für diese sonderbare Beere. In Italien wird sie zu Canneloni, Ravioli und Tortellini genommen, in Frankreich zu Bechamelsauce, in England zu Fisch- und Fleischgerichten, in Schweden zum heißen Weihnachtspunsch und im Mittleren Osten zu Lammgerichten. Hierzulande verfeinert Muskat Blumenkohl (Rezept), Spinat, Aufläufe mit Kohlrabi (Rezept) und anderes Gemüse. Im Mittelalter wurden Getränke wie Bier aber auch der germanische Met mit einem Hauch von Muskat verfeinert. Es gab auch viele Gewürzweine, deren Basis häufig dieses sehr begehrte Muskataroma war.

Beim Kochen und Würzen mit Muskatnuss sollten Sie aber beachten, dass Muskat zwar mit Kardamom, Zimt, Nelken, Ingwer und Pfeffer verträglich ist, die anderen Gewürze und Kräuter können den Geschmack und das feine Aroma der Muskatnuss allerdings überlagern.

Man wird es vielleicht nicht glauben, aber in 100 g Muskat findet man 0 kcal / 0 kJ, 0 g Eiweiß, 0 g Fett und auch keine Kohlenhydrate. Die Beere enthält etwa 16% ätherisches Öl, davon 70 – 75 % fettes Öl (Muskatbutter) -  hauptsächlich Phenylderivate, die für die halluzinogene Wirkung verantwortlich sind (Artikel zum Nachlesen). Desweiteren 30% Stärke und andere Stoffe.

Auch in der traditionellen Heilkunde spielt Muskat eine Rolle. Hauptsächlich im asiatischen Raum wird Muskat als Heilmittel verwendet (Artikel zum Nachlesen). Er hilft bei starken Schmerzen, wie Rheuma und Muskelschmerzen. Häufig wird abgepresste Muskatbutter für Salben und Cremes verwendet. Die ätherischen Öle wirken dank des Aromas nervenberuhigend und stimmungserhellend zugleich. In der Duftlampe verwendet, regt das Muskataroma die Tätigkeit des Gehirns an und soll angeblich die Intensität von Träumen erhöhen. Muskat hilft bei Erkältungen, wirkt entzündungshemmend, antibiotisch und schleimlösend. Das Gewürz kann außerdem gegen Übelkeit, Schwindel, Durchfall, Ruhr und Blähungen helfen. Der Muskatnuss wird sogar eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt.

Fühlen Sie sich schon von dem aromatischen Duft der Muskatnuss hingezogen? Dann suchen Sie doch auf speisekarte.de Restaurants aus, die Ihre Lieblingsgerichte mit Muskat verfeinern.

Muskat war übrigens die richtige Antwort auf die 74. Frage im Schlemmerquiz: Welche aromatische “Nuss“ wird zum verfeinern von Blumenkohl, Bechamelsauce sowie von Sangria verwendet?

Bild: Muscade von Nk
Quelle: Wikimedia

Veröffentlicht am 13. Oktober 2011 um 13:42 Uhr von Katharina
  1. Kathrin schreibt:

    Interessanter Artikel mit schönen Rezeptlinks =)
    Ich verwende Muskat vor allem im Kartoffelbrei und in der Bechamelsoße.
    Liebe Grüße
    Kathrin


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