Wussten Sie schon … Zwiebeln?

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Sie rührt uns zu Tränen und doch hilft sie uns in vielen Lagen: die Zwiebel. Zwiebeln gehören fast selbstverständlich in die Küchen dieser Welt, das ganze Jahr und dennoch wissen wir nicht viel über das heimische Gemüse.

Die geografische Herkunft des Lauchgewächses kann nicht eindeutig geklärt werden, da ihr Weg nach Mitteleuropa schon über 5000 Jahre zurück liegt. Vermutet wird derzeit, dass die Zwiebel ursprünglich aus Mittelasien stammt. Auch für die Ägypter hatte die Zwiebel schon eine wichtige Bedeutung. Sie galt als Zahlungsmittel im Pyramidenbau und wurde Toten als Grabgeschenk für den Weg ins Jenseits mitgegeben. Im Mittelalter dann trug man sogenannte Zwiebelamulette um den Hals, als Schutz gegen die Pest, während man in den Niederlanden anfing verschiedene Farb- und Formsorten der Zwiebel zu züchten.

Zwiebeln kommen in der Natur nicht wild vor. Sie werden seit Jahrtausenden in Deutschland durch Menschenhand angebaut und kultiviert. Die größten Anbaugebiete Deutschlands liegen aufgrund des lehmigen Bodens und der milden, sonnigen Lage im Harz, in der Pfalz, bei Bamberg und bei Erfurt.

Beim Anbau wird nach „Sommerzwiebel“ und „Winterzwiebel“ unterschieden. Die Sommerzwiebeln werden im Frühling ausgesät oder gesteckt, von August bis Oktober geerntet und können ohne Probleme bis März gelagert werden. Im Gegensatz dazu wird die Winterzwiebel erst im August gesetzt, reift über Herbst und Winter und kann schließlich im Juni des darauffolgenden Jahres geerntet werden. Die Winterzwiebeln sind saftiger und milder als die Sommerzwiebeln, können jedoch nicht lange gelagert werden.

Die uns geläufigste Art der Zwiebel ist die gelb-braune Küchen- oder Gemüsezwiebel. Sie ist die größte und schärfste Variante und wird besonders für Zwiebelkuchen (Rezept) oder für Zwiebelsuppe (Rezept) verwendet. Damit Zwiebeln aber nicht zu scharf schmecken, kann man sie eine halbe Stunde in Salz oder Essig einlegen.

Rote Zwiebeln sind milder und süßer als Küchenzwiebeln und werden aufgrund ihrer Farbe gerne dekorativ in Salaten verwendet. Die Frühlingszwiebel sieht aus wie Lauch, gehört aber zu der Gattung der Zwiebeln. Ausgenommen der Wurzel kann man die ganze Pflanze verzehren. Die Frühlingszwiebel ist kaum scharf und schmeckt gut zu Quark oder in Suppen. Schalotten gelten als die edelsten Zwiebeln und werden vor allem in der gehobenen Küche genutzt. Schalotten sind Gewürzzwiebeln und nicht sehr scharf, daher eignen sie sich besonders als Würze für Fisch oder Saucen, zum Beispiel mit Rotwein (Rezept Rotweinschalotten). Auch Schnittlauch gehört in die Familie der Zwiebeln, auch wenn er nicht danach aussieht. Er sieht aus wie lange Grashalme und dient oftmals als Dekoration oder Verfeinerung von Salatsaucen oder Suppen.

Zwiebeln eignen sich übrigens hervorragend als Zartmacher für Fleisch. Besonders Grillfleisch kann man am Vortrag mit Zwiebeln marinieren und einlegen. Auch der bekannte Spießbraten (Rezept) wird einen Tag vor Verzehr für mindestens zwölf Stunden mit Zwiebeln eingelegt. Dafür wickelt man das bereits gesalzene und gepfefferte Fleisch um Zwiebeln und erhält so nicht nur zartes, sondern auch würziges Fleisch.

Aber Zwiebeln haben nicht nur eine feine Schärfe und einen würzigen Geschmack zu bieten. Sie gelten schon seit vielen Jahrtausenden als probates Hausmittel gegen unterschiedlichste Beschwerden und Erkrankungen. Diese Eigenschaft hat sie den sulfid- und schwefelhaltigen Inhaltsstoffen und seinen ätherischen Ölen zu verdanken. Diese Stoffe wirken sich unter anderem entzündungshemmend, antibakteriell, verdauungsfördernd und schleimlösend aus und machen die Zwiebel zu einem wahren Wundermittel. Der Verzehr von rohen Zwiebeln lindert beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gefäßverengungen und senkt den Blutdruck. Vor allem bei Diabetikern sollten Zwiebeln regelmäßig auf dem Speiseplan stehen, da diese den Blutzuckerspiegel im Blut senken.

Aber nicht nur der Verzehr von Zwiebeln, auch der Saft oder eine rohe aufgelegte Zwiebel gehören seit Jahrzehnten zu den wirksamsten Hausmittelchen. Zwiebeln sind zum Beispiel bei Wespen- oder Bienenstichen echte Helfer in der Not. Dafür legt man eine aufgeschnittene Zwiebel auf die betroffene Stelle und wartet bis die Oberfläche der Zwiebel ausgetrocknet ist. Das hilft wahre Wunder. Bei Ohrenentzündungen hilft eine aufgeschnittene, gewürfelte Zwiebel, die man in einem Säckchen oder ähnlichem auf das betroffene Ohr legt und einige Zeit wirken lässt. Auch bei Entzündungen, schwer heilenden Wunden, Flechten, Haarausfall oder Wassereinlagerungen sind Zwiebeln echte kleine Helfer. Bei Husten, Heiserkeit und Bronchitis empfiehlt sich folgende Rezeptur für einen Zwiebelsaft:

1 bis 2 Zwiebeln häuten, grob würfeln, in ein sauberes Marmeladenglas geben. Ca. 2 EL Honig oder Zucker dazu, das Glas fest verschliessen, schütteln und auf die Heizung stellen. Nach etwa 2 Stunden bildet sich süsser Zwiebelsirup, der Kindern erstaunlich gut schmeckt. Über den Tag verteilt, 3 bis 4 Esslöffel einnehmen. Im Kühlschrank 1 bis 2 Tage haltbar. (Quelle: Auszug aus „Medical Tribune public“ vom Dezember 2006/Januar 2007 auf uniklinik-freiburg.de)

Weniger hilfreich, aber dennoch wissenswert ist folgende Tatsache: Wenn man sich mit einer halben Zwiebel großzügig die nackte Fußsohle einreibt, hat man eine halbe Stunde später den Geschmack von Zwiebeln im Mund. Unglaublich, funktioniert aber!

Zwiebeln rühren uns aber dennoch zu Tränen. Denn beim Aufschneiden treten Dämpfe aus, die unsere Augen- und Nasenschleimhäute so sehr reizen, dass unsere Augen anfangen zu tränen. Schuld daran ist eine chemische Reaktion die beim Aufschneiden auftritt. Das Enzym Alliinase setzt beim Aufschneiden das in der Zwiebel enthaltene Propanthial-S-Oxid frei. Die Spritzer die dann beim Aufschneiden entstehen verdunsten und gelangen so an unsere Schleimhäute, was uns wiederum weinen lässt. Es gibt unzählige Tricks, die Tränen im Zaum zu halten:

– das Schneidbrettchen und das Messer kurz unter laufendes Wasser halten
– das Schneidbrettchen ein wenig mit Essig einreiben
– ein scharfes Messer verwenden, das drückt den Saft nicht so sehr raus
– oder einen Schluck Wasser beim Schneiden im Mund behalten

Eine Anleitung für den schnellen Profi-Zwiebelschnitt gibt es hier:

In der schweizer Hauptstadt Bern beginnt übrigens an jedem vierten Montag im November, also dieses Jahr am 28. November, der sogenannte „Zibelemärit“ (Rezepte zum Zibelemärit) mitten in der Berner Altstadt. Auf diesem Bauernmarkt werden vor allem Zwiebelzöpfe angeboten, aber auch Wintergemüse, Nüsse und Steinobst. Dieser Tag ist für die Berner Bürger wie ein Feiertag. Man sollte sich jedoch früh aufmachen, um das typische Markttreiben und die Festivitäten nicht zu verpassen.

Na, Lust bekommen? Dann suchen Sie doch auf speisekarte.de nach leckere Gerichte mit Zwiebeln auf den Speisekarten der Restaurants Ihrer Stadt und sehen Sie nach, welche Köstlichkeiten Ihnen geboten werden.

Zwiebel war übrigens die richtige Antwort auf die 80.Frage im Schlemmerquiz: Was darf – neben Speck und Sauerrahm/Schmand/Crème fraîche – auf einem klassischen Flammkuchen keinesfalls fehlen?


Bild: Pomegranate02 edit von Fir0002; Punica granatum flower von Stan Shebs
Quelle: Wikimedia

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