Wie isst man … Feigen?

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Wussten Sie, dass der Feigenbaum eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt ist? Reste einer angebauten Feigenart wurden bei Ausgrabungen der Kreidezeit gefunden, somit soll der Anbau der Feige sogar älter als der Ackeranbau sein.

Es gibt viele verschiedene Feigenarten und –gattungen, wobei man nur die Früchte der Ess- oder Hausfeige verzehren kann. Diese sind bei uns im Handel meist dunkel-lila bis leicht braun gefärbt und enthalten ein dunkelrotes, saftiges Fruchtfleisch mit vielen kleinen Samen.

Beim Kauf von Feigen sollte besonders auf die Reife und die Frische der Früchte geachtet werden, denn Feigen werden schon reif vom Baum gepflückt, da sie nach der Ernte nicht mehr nachreifen können. Die Frische erkennt man an der Festigkeit einer Feige. Sie sollte ein wenig weich sein, so schmecken sie besonders süß. Feigen halten sich im Kühlschrank nach dem Kauf weitere vier bis fünf Tage. Danach beginnen die Früchte aber schnell zu gären und werden sauer.

Wie aber isst man Feigen nun? Mit oder ohne Schale? Das ist jedem selbst überlassen, ganz nach Geschmack. Denn man kann Feigen sowohl mit als auch ohne Schale problemlos essen. Isst man Feigen mit Schale könnte man direkt nach der Ernte herzhaft in die Frucht beißen, wie bei einem Apfel. Kauft man Feigen jedoch hier im Supermarkt, sollte man sie auf jeden Fall vorher unter laufendem Wasser gründlich waschen! Für wen die Schale nichts ist, der schneidet einfach eine Feige in der Mitte zu zwei Hälften und löffelt das saftige, rote Fruchtfleisch mit einem Teelöffel aus der Schale heraus. Oder man schält die Feige von der oberen Spitze vorsichtig ab und gelangt so an das Fruchtfleisch.

Den meisten Feigen aber wird in der Sonne oder in Trockenöfen das Wasser entzogen und als Trockenobst weiterverkauft. So halten sie sich auch länger. In einigen Mittelmeerregionen wird aus dem Feigensaft ein feiner Dessertwein hergestellt und in Spanien oder Portugal wird aus Feigen und einigen Nusssorten Feigenkäse produziert.

Die Feige ist bereits seit der Antike im ganzen Mittelmeerraum verbreitet und diente dort als Trockenfeige als nahrhafter Vorrat für den Winter. Die Bürger Athens waren so stolz auf ihre leckeren Feigen, dass man verbot, Feigen außerhalb Athens zu verkaufen. Auch für Rom spielt die Feige eine wichtige geschichtliche Rolle: Die Zwillinge Romolus und Remus, die in einem Körbchen auf dem Tiber ausgesetzt wurden, sollen unter einem Feigenbaum, dem Ficus Ruminalis, angeschwemmt worden und dort von der Wölfin gefunden worden sein.

Feigenbäume wachsen besonders in Regionen mit einem milden Winter, also am Mittelmeer, aber auch an gut geschützten Stellen in Weinbaugebieten der Schweiz oder Deutschlands. Hauptanbaugebiete sind die Türkei, Italien und Griechenland. An sehr warmen Standorten kann man zweimal im Jahr Feigen ernten. Die Feigen der Juni/Juli-Ernte sind groß und saftig, die Früchte die im August und September von den Bäumen geholt werden sind kleiner, dafür aber um einiges süßer.

Die Früchte bestehen zu 80 Prozent aus Wasser, enthalten viele Ballaststoffe und sind äußerst kalorienarm. Eine Feige enthält im Durchschnitt lediglich 10 Kilokalorien, macht aber dafür sehr satt. Grund dafür ist der hohe Glukosegehalt, der den Zuckerspiegel im Blut erhöht, daher sind Feigen auch ein optimaler Ersatz für diverse Süßigkeiten.

Außerdem sollen Feigen bei Stress und Nervosität beruhigend wirken. Am besten bereitet man sich dafür eine Mischung aus Orangensaft und Feigensirup zu: einfach ein Glas frischen Orangensaft mit 4 bis 5 Löffeln Sirup vermischen, das schmeckt und baut Stress ab. Ganz nebenbei erhöht das enthaltene Zink die Konzentration und hebt die Stimmung. Feigen haben übrigens den höchsten basischen Wert von allen Lebensmitteln. Diese basische Wirkung gleicht den Säurehaushalt im Körper wieder aus, besonders bei einem vermehrten Verzehr von Wurst und Fleisch oder Zucker.

Feigen muss man aber nicht unbedingt nur als pures Obst essen. Deftige Speisen mit Feigen verfeinert schmecken ebenfalls sehr lecker, wie beispielsweise gegrillte Feigen mit Ziegenfrischkäse (Rezept) und auch mit Nudeln machen sich Feigen gut: Pasta mit Feigen, Rosmarin, Gorgonzola und Zitrone (Rezept). Natürlich schmecken Feigen auch als Dessert besonders lecker, wie Feigen mit Vanillejoghurt (Rezept).

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Feige war übrigens die richtige Antwort auf die 83. Frage imSchlemmerquiz: Welches Obst gilt sowohl als Symbol der Keuschheit als auch der Erotik?

Bild: Ficus carica von H. Zell
Quelle: Wikimedia

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