Was ist eigentlich … Tonkabohne?

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Die vielseitig verwendbare Tonkabohne ist auch unter den Namen „mexikanische Vanille“ oder „Wunschbohne“ bekannt. Doch für was wird sie verwendet und was verbirgt sich wirklich hinter dieser Bohne?

Die erste Beschreibung der Tonkabohne in Europa lieferte im späten 18. Jahrhundert der französischen Entdecker, Apotheker und Botaniker Jean Baptiste Christophe Fusée Aublet.   Die Tonkabohne stammt ursprünglich aber aus dem nördlichen Südamerika und der südlichen Karibik. Dort spricht man der Bohne eine magische und heilende Kraft zu. So soll die Tonkabohne beispielsweise  den erwünschten Wohlstand und Erfolg bringen, wenn man sie in der Geldbörse trägt oder als Schutzamulett gegen Krankheiten dienen und Wünsche erfüllen –  daher auch der Name „Wunschbohne“.

Die Tonkabohne ist aber eigentlich gar keine Bohne, sondern ein etwa 6 cm langer, mandelförmiger, dunkelbrauner Samen des Tonkabaumes. Der süßliche Geschmack der Bohne erinnert stark an einen Mix aus Vanille und Bittermandeln. Sie wird als Gewürz für Desserts, wie Pudding, Eis oder Soufflés (Rezept), verwendet. Dabei gibt es zwei Wege sich die Bohnen zur Verfeinerung von Nachspeisen  zunutze zu machen:  Will man Milch oder Sahne das Aroma der Tonkabohne verleihen, kocht man diese etwa zehn Minuten in der Flüssigkeit und entnimmt sie dann wieder (die Bohne kann bis zu zehn Mal wieder verwendet werden) oder man reibt die relativ harte Tonkabohne in einer Muskatreibe und gibt dann die zermahlenen Bohnen zu dem Gericht.

Bei der Zugabe von Tonkabohnen sollte man jedoch sehr sparsam sein, denn die Bohne enthält Cumarin. Dieser Stoff ist auch in der Waldmeisterblüte enthalten und führt bei einer Überdosis zu Übelkeit und Kopfschmerzen, in sehr hohen Dosen sogar zu Leber- und Nierenschäden und in extremen Dosen zu Atemlähmung. Wegen ihrer toxischen Wirkungen war die Verwendung der Tonkabohne in Lebensmittel in den Jahren zwischen 1981 und 1991 in Deutschland sogar  verboten. Erst 1991 wurde das Gesetz gelockert und legt nun lediglich einen Höchstwert an Cumarin in Lebensmitteln fest. Dieser liegt bei zwei mg pro kg und darf nicht überschritten werden. In den USA ist der Gebrauch der Tonkabohne in Lebensmitteln auch heute noch gesetzwidrig. Neben der giftigen Wirkung hat man bei Versuchen an Nagetieren zusätzlich festgestellt, dass Cumarin krebserregend ist. Experten bezweifeln zwar dass dieses Ergebnis der Tiere, einfach auf die Menschen umgelegt werden kann, haben aber keine Beweise die das Gegenteil eindeutig belegen können.

Wegen seines vanilleähnlichen Geschmacks wurde seit Anfang des 20. Jahrhunderts Cumarin als Ersatz für echte Vanille verwendet. Dieses ist in großen Mengen in der Tonkabohne enthalten und wird  daher oft daraus gewonnen. Die Tatsache, dass  Cumarin den Geschmack von Vanille vortäuschen kann, verschafft ihm und der Pflanzen den Namen „Mexikanische Vanille“ (Gewürzvanille stammt ursprünglich aus Mexiko und Mittelamerika).

Doch die Tonkabohne bereitet nicht nur unserem Gaumen eine große Freude, sondern auch unserer Nase. Der Geruch der Bohne ist süß, aromatisch und heu artig. Man sagt auch, dass sie eine anziehende und aphrodisierende Wirkung hat. Dies machen sich namenhafte Parfumhersteller wie Chanel, Versace und Joop zu Gute und verwenden die Samen des Tonkabaumes zur Parfumherstellung, überwiegend für Männerparfum. Auch bei der Kerzenherstellung spielt der Duft der Wunschbohne eine große Rolle. Doch die Tonkabohne kann noch mehr und wird ebenfalls  zur Aromatisierung von Pfeifentabak verwendet.

Und, neugierig auf den Geschmack der Tonkabohne geworden? Finden Sie gleich auf speisekarte.de heraus, ob  auch ein  Restaurant in Ihrer Nähe, die angebotenen Gericht mit der Tonkabohne verfeinert.

Viel Spaß beim probieren!

Tonkabohne war übrigens die richtige Antwort auf die 93. Frage im Schlemmerquiz: Welche Pflanze ist auch unter dem Namen „Wunschbohne“ bekannt?

Bild oben: tonka bean uncertain von Malte
Quelle: Wikimedia
Bild unten: A close up shot of some Tonka Beans von Mecredis
Quelle: Wikimedia

3 Gedanken zu „Was ist eigentlich … Tonkabohne?“

  1. Besten Dank für die vielen Infos zu der Tonkabohne, die hierzulande leider kaum bekannt ist. Dabei ist sie eine sehr gute Alternative zu der Vanillenschote und wirkt hervorragend in Süßspeisen. Man sollte sie nur mit Bedacht einsetzen und esnicht übertreiben. Mit „Cumarin“ ist eben doch nicht zu spaßen…

  2. Lieben Dank für die kleine Zusammenfassung zur Tonkabohne. Ich koche und backe schon länger mit ihr (ihr wird ja auch eine gewisse betörende Wirkung nachgesagt (http://tonkabohnen.org/wirkung/). Jedoch sollte man die Dosierung nicht außer Acht lassen (Stichwort: Cumarin!!)

    Grüße,
    Birgit

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