Kräuter- und Gewürzkunde: Thymian

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Egal ob zur Einbalsamierung der Toten im alten Ägypten, als Räucherkraut im antiken Griechenland oder als Mittel zur Vertreibung der Pest im Mittelalter, die Pflanze Thymian ist genauso vielfältig wie seine Geschichte. Neben Zitronenthymian, Kümmelthymian oder Quendel unterscheidet man insgesamt 214 verschiedene Arten, aber nur der echte Thymian kann seine volle Wirkung als Heil- und Gewürzpflanze entfalten.

Als Heilpflanze gilt Thymian als wahrer Alleskönner. Als Tee zubereitet bekämpft die Pflanze Husten, Sodbrennen sowie Alpträume und hilft so bei Atemerkrankungen, Verdauungsproblemen oder Schlafstörungen. Sogar nach einer zu langen Nacht soll Thymian gegen einen Kater helfen. Doch nicht nur zur inneren Anwendung ist er geeignet, auch bei Verstauchungen oder bei Hautunreinheiten kann eine Thymian-Tinktur helfen. Ein Thymian-Bad wiederum fördert durch die ätherischen Öle die Durchblutung und sorgt für Entspannung.

Aber auch aus kulinarischer Sicht hat der Thymian einiges zu bieten. Als Grundbestandteil der Kräutermischung Herbes de Provence wird getrockneter Thymian – zusammen mit Rosmarin, Majoran, Lavendel und Oregano – vor allem in der französischen Küche verwendet. So kann man zum Beispiel Fougasse (Rezept), ein typisches provenzalisches Hefebrot, mit den Herbes de Provence würzen. Die Fougasse kann pur, mit Ziegenkäse oder auch mit Tapenade genossen werden und wird häufig zum Aperitif oder als Beilage zum Grillen gereicht.

Aufgrund seiner verdauungsfördernden Wirkung eignet sich Thymian auch für schwere und fette Speisen. Zum Beispiel in einer  Thymianmarinade (Rezept) für Lamm und Geflügel oder für die Zubereitung von Wild, wie Hasenfilet (Rezept „Kaninchenfilet in Zitronen-Thymian“) oder auch Reh (Rezept „Rehleber mit Thymian-Äpfeln, Kräuterstampf und Pfifferlingen„).

Liebhaber der vegetarischen Küche können Thymian mit gebratenen Zucchini, Auberginen, Tomaten oder Paprika kombinieren. Auch bei der Zubereitung einer Ofenforelle (Rezept) oder eines Fischfilet in Zitrone (Rezept „Dorade Rosé mit Zitrone und Thymian) sorgt die aromatische Pflanze für das gewisse Etwas.

Bei der Verwendung von Thymian sollte man jedoch beachten, dass getrockneter Thymian, genau wie Oregano und Rosmarin, die dreifache Würzkraft von frischem Thymian besitzt. Jedoch gibt das getrocknete Gewürz sein volles Aroma nur ab, wenn es früh dem Gericht beigemischt und dadurch lange mitgekocht wurde. Frische Thymianblätter hingegen sollten erst kurz vor dem Servieren dem Essen hinzugegeben werden.

Seinen Ursprung hat der Thymian übrigens im östlichen Mittelmeergebiet, aber auch in unseren Breitengraden kann er im Garten oder als Topfpflanze angesät werden. Dabei mag der Thymian im Gegensatz zu anderen Kräutern, wie zum Beispiel Petersilie, eher kargen und sandigen Boden und viel Sonne. Da der echte Thymian eine winterharte Pflanze ist können sie seinen Genuss das ganze Jahr genießen, wobei die Thymianblätter in der Zeit zwischen April und Oktober am aromatischsten sind.

Sind Sie nun auch auf den Geschmack gekommen und möchten ein Gericht mit Thymian ausprobieren? Dann können sie auf speisekarte.de nach Restaurants suchen, in denen Gerichte mit Thymian angeboten werden.

Thymian war übrigens die richtige Antwort auf die 113. Frage im Schlemmerquiz: Von welcher Heil- und Gewürzpflanze ist Quendel der wilde Bruder?

Bild: Echter Thymian von Abalg
Quelle: Wikimedia

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