Quitte

Wussten Sie schon … Quitten?

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Der November ist Quittenzeit. Die Frucht, die genau wie Apfel  und  Birne zur Familie der Steinobstarten gehört,  kann ihre Verwandtschaft zu den bekannten „Familienmitgliedern“ nicht leugnen – weder optisch noch geschmacklich. So ist es kaum verwunderlich, dass Quitten neben diversen kleineren Sorten in zwei große Sortengruppen eingeteilt werden,  in die Apfel- und die Birnenquitten.

Generell kann man sagen, dass Apfelquitten aromatischer, Birnenquitten hingegen milder sind.  Die zu Omas Zeiten absolut moderne gelbe Frucht ist sehr vielseitig und peppt passend zum Herbst sowohl ihr Medizinschränkchen als auch Ihre Küche auf.

Die Quittenernte

Die Erntezeit der Quitte ist nicht genau festgelegt,  wobei man grundsätzlich sagen kann, dass die Frucht erst relativ spät reif ist, normalerweise zwischen Oktober und November.

Doch die Erntezeit und die verschiedenen Methoden sind so unterschiedlich wie der Einsatzbereich der Quitte selbst. Manche Quittenliebhaber pflücken die aromatische Frucht noch im relativ Grünem „rohem“ Zustand und lassen sie vorsichtig gelagert reifen (in diesem Zustand zwischen acht und zehn Wochen),  da die Quitte anfällig für Druckstellen ist.

Andere  ernten die Früchte wenn sie sich von grün zu gelb verfärben und verwenden sie sofort, wieder andere schwören darauf, die Quitte erst zu verarbeiten, nachdem sie bereits als Fallobst auf dem Boden lag oder der Baum den ersten Frost erlebt hat. Generell gibt es kein „Patentrezept“,  es kommt darauf an für was die Quitte verwendet wird.

Gut für die Gesundheit

Die ursprünglich aus dem östlichen Kaukasus und dem Transkaukasus  stammende Frucht ist reich an Vitamin C und Folsäure.  Von anderen  Vitaminen enthält sie nur Spuren, wobei hingegen viele wertvolle Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium, Phosphor und Eisen enthalten sind.

Die etwas aus der Mode gekommene Frucht, die inzwischen auch in Europa angebaut wird und nach wie vor in den deutschen Gärten weit verbreitet ist, hatte bereits in der Antike viele berühmte Anhänger. So war zum Beispiel Aphrodite, die griechische Göttin der Liebe, Schönheit und Begierde  ein absoluter  Quitten-Fan,  ebenso wie Hippokrates, der schon im Altertum Quitten als Allheilmittel  gegen Fieber und Magenproblemen verschrieb. Neben der inneren Anwendung bewirkt  auch die äußere Anwendung  der Quitte wahre Wunder.

Die Quitte ist ein absoluter Allrounder! Selbst die Fruchtkerne sind bei der Quitte noch zu verwenden, sie sind eine Wunderwaffe gegen verletzte Haut, Sonnenbrand, offene Stellen und blutende Wunden.  Die heilende Tinktur kann von jedem hergestellt werden.Die Quittenkerne werden einfach  in 100 ml Wasser gekocht oder für einen halben Tag eingeweicht. Nach Auftragen der Flüssigkeit auf die betroffenen Stellen tritt schon  bald Linderung ein.

Die Kerne wirken außerdem ähnlich wie Hustenbonbons. Dabei ist zu beachten, dass die Kerne nicht zerkaut werden dürfen, da sie den Bitterstoff Blausäure-Glykosid enthalten. Aus den Samen des Quittenbaums und den Blätter kann sogar Tee gewonnen werden.

halbierte Quitte

Aber auch kulinarisch ein Highlight

Nicht nur die heilende Eigenschaft der Quitte ist äußerst bemerkenswert, auch aus kulinarischer Sicht  ist sie ein absoluter Tausendsassa.

Sie kann in den verschiedensten Formen in der Küche zum Einsatz kommen. Doch nicht nur als Saft, Mus, in Honig eingelegt, als Marmelade und als Likör erfreut sich die Quitte bei ihrer noch viel zu kleinen Fangemeinde großer Beliebtheit. Wenn man im Internet nach Rezepten mit Quitten stöbert, stößt man auch auf durchaus exotische und teilweise auch gewöhnungsbedürftig klingende Zubereitungsmöglichkeiten, z.B. Quittenschleim (etwa ein Esslöffel Kerne eine Viertelstunde mit der achtfachen Menge Wasser ansetzen) und getrocknete Quittenkerne.  Dabei gilt, nichts ist unmöglich und ausprobieren geht über studieren.

Wohlklingendere Gerichte, in denen Quitten zum Einsatz kommen, sind Quittenbrause und Quitten Chutney sowie die bereits oben erwähnte Quittenmarmelade oder Quittengelee, weiterhin kann die Quitte auch als Beilage zu Hähnchen serviert werden und auch Quittendessert ist möglich.

Wichtig und absolut zu beachten ist, dass Quitten niemals roh verzehrt werden dürfen und dass vor der Verarbeitung der Frucht die flaumigen Härchen auf der Schale beispielsweise mit einem Tuch abgerieben werden müssen, da sie eine große Menge an Bitterstoffen enthalten.

Also wer gegen eine gewisse  Abwechslung in der Küche nichts einzuwenden hat, der wird mit der Erforschung der Quitte viele spannende  kulinarische Neuigkeiten entdecken.

Beitragsbild Apfelquitte von Dietrich Krieger
Quelle: Wikimedia

Artikelbild von Phil and Pam Gradwell (to be) lizenziert als CC BY 2.0

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