Was ist eigentlich…Grünkern?

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Wer verzichtet schon freiwillig auf Brot, Nudeln oder Kuchen? Ein Leben ohne Getreide ist in der heutigen Zeit kaum vorstellbar. Es ist sogar das Grundnahrungsmittel Nummer Eins und eine lebensnotwendige Nahrungsquelle für viele Teile der Welt. Schon allein in Deutschland werden  jährlich ca. 41 Millionen Tonnen Getreide produziert. Zu den wohl bekanntesten und wichtigsten Getreidearten gehören Weizen, Reis und Mais. Aber auch andere Arten wie Roggen, Hafer, Gerste und Dinkel sind den meisten Menschen ein Begriff.  Auf die letztere Sorte, den Dinkel, werden wir nun genauer eingehen.

Denn wer hätte schon vermutet, dass der Grünkern nichts anderes ist als die unreife Form von Dinkel? Aus der Not heraus, wegen starken Hunger- und Unwetterkatastrophen, ernteten die Menschen den halbreifen Dinkel und schafften es durch das Rösten der Körner leckere Mahlzeiten zu entwickeln.

Auch heute noch werden die unreifen, weichen und zugleich saftigen Dinkelkörner geröstet, um sie mahlfähig zu machen. Für den Trockenvorgang werden bestimmte Trockenanlagen verwendet, in denen die Körner bei bis zu 120°-160° Celsius „gedarrt“ werden. Dadurch wird dem Getreide sein außergewöhnlicher Geschmack und seine Farbe verliehen. Wir können den Grünkern dann in Form von Schrot, Grieß, Flocken, Mehl oder auch als „ganzes“ Korn weiterverwenden.

Jetzt fragt man sich bestimmt: Ist Grünkern überhaupt gesund?

Ja! Er wird sogar als Nervennahrung bezeichnet, da er im Gegensatz zu seinen Verwandten einen höheren Gehalt an Vitamin B und Mineralstoffen wie Magnesium, Phosphor und Kieselsäure enthält, die sich alle sehr positiv auf das menschliche Denk- und Leistungsvermögen auswirken. Das hat auch schon die Äbtissin Hildegard von Bingen (1098-1179) erkannt und schrieb: „Dinkel macht seinem Esser rechtes Fleisch und rechtes Blut, frohen Sinn und freudig menschliches Denken.“

Für die Vegetarier und Veganer unter uns dürfte der Grünkern auch ein interessantes Getreide darstellen, da er sowohl einen erhöhten Eiweißanteil als auch Eisengehalt mit sich bringt.

Aber nicht nur für diese Gruppe von Menschen ist Grünkern ein spannendes Thema, sondern auch für Nahrungsmittelallergiker, denn eine der häufigsten Nahrungsmittelallergien ist die Weizenallergie. Auf Dinkel reagieren die meisten Weizenallergiker jedoch weniger häufig, da dieses ein anderes Eiweißmolekül besitzt, natürlich nur wenn keine Zöliakie (Glutenallergie) vorliegt.

So, schätzungsweise sind Sie nun mit genügend Informationen rund um das Grünkerngetreide versorgt und bestimmt schon gespannt, auf den wohl wichtigsten Teil des Berichts, den beliebten Grünkernspeisen!

Dank seiner vielen Klebestoffeiweiße eignet er sich hervorragend zum Backen, und es lassen sich reichlich gute Kuchenrezepte finden, zum Beispiel für Rotweinkuchen (Rezept) oder Grünkernkirschkuchen (Rezept).

Neben den süßen Speisen ist diese vielfältig einsetzbare Getreideart natürlich auch für deftige Mahlzeiten verwertbar. Empfohlen werden auch fleischlose Gerichte wie Grünkernpflanzerl (Rezept), Gemüse-Risotto (Rezept) und Grünkernbolognese (Rezept), aber auch Beilagen bzw. Vorspeisen wie Grünkern-Klösschen-Suppe (Rezept) oder Grünkernsalat (Rezept) lassen sich einfach und schnell zubereiten.

Wer ein wenig experimentierfreudiger ist, könnte doch mal die pikanten Kekse (Rezept) oder Knödel mit Grünkernfüllung (Rezept) ausprobieren. Auch Butter lässt sich gut durch eine Grünkerncreme (Rezept) ersetzten.

Hoffentlich sind Sie nun genügend mit Wissen über den Grünkern ausgestattet und haben ein paar leckere Rezepte neu entdecken können.

Schlemmerquiz-Auflösung: Diese Woche wollten wir wissen, wie man die unreife Form von Dinkel bezeichnet? Grünkern!

Bilder: Elke Wetzig
Quelle: Wikimedia Commons

6 Gedanken zu „Was ist eigentlich…Grünkern?“

  1. Das Grünkern so gesund sind wusste ich wirklich noch nicht. Aber man lernt halt nie aus. Bei deinem Bericht habe ich jetzt einiges gelernt. Als Nervennahrung werde ich es mir mal mit ins Büro nehmen. Jetzt muss ich nur noch herausfinden wo man Grünkern kaufen kann. Aber eigentlich müsste man es schon in der Kaufhalle finden. Oder?

  2. Hallo Exte1958,

    das freut uns, vielen Dank für das Kompliment.

    Grünkern findet man eigentlich in jedem gut sortierten Reformhaus.

  3. Danke für deine immer wieder tollen Tipps, man lernt wirklich nie aus 🙂
    Da eure Seite ja speisekarte.de heißt wollte ich fragen ob jemand zufällig den Hersteller Uhl für Speisekarten kennt, das sind meiner Meinung nach die edelsten und schönsten Karten die es gibt, vor allem die Qualität der verwendeten Materialien überzeugen auf ganzer Linie.

  4. Grünkern ist bei mir schon lange in der Küche, mein Lieblingsrezept:

    Gesunder vegetarischer Grünkernsalat
    Die Inhaltsstoffe sind 300 g gekochter Grünkern, 2 rote Paprikaschoten, 100 g Eisbergsalat, 1 Zwiebel, Knoblauch und Petersilie.
    Rezept Quelle

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