Wussten Sie schon… Frikadelle?

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“How goes it you? – Thanks, it walks so”. Der Trend das sogenannte Denglisch zu verwenden verbreitet sich immer mehr. Auch in der Werbung tauchen Sprüche auf, die leicht zu Missverständnissen führen können wie „live unbuttoned“, „make. believe“, „what vintage are you“. Wer hätte schon gedacht, dass sie der Reihe nach „Lebe ungezwungen“, „ Alles was du dir vorstellen kannst“ und „Welche Epoche magst du“ bedeuten sollen?!

Kein Wunder, dass der „Verein Deutsche Sprache“ im Jahr 2001 den „Tag der deutschen Sprache“, der im Jahr 2013 am 14. September stattfand, ins Leben rief. Dieser Tag soll nicht nur vor dem unkritischen Gebrauch von Fremdwörtern warnen, sondern auch lehren, unsere eigene Sprache mehr zu schätzen, damit sie auch im Ausland ernst genommen wird. Außerdem soll der Wert guter muttersprachlicher Kenntnisse für die verschiedensten Lebensbereiche verdeutlicht werden und natürlich bei allen Bürgern der Sinn für die Ausdruckskraft der deutschen Sprache geweckt werden.

Passend zum „Tag der deutschen Sprache“ stellen wir in diesem Artikel die Speise mit den wohl verschiedensten regionalen Bezeichnungen vor: die „Frikadelle“. Je nach Region wird sie auch Bulette, Beefsteak, gehacktes Klößchen, Fleischklops, Fleischküchle, Fleischpflanzerl, faschiertes Laibchen, Fleischkrapferl, Hacktätschli oder Hackplätzli genannt. Aber stellen diese Begriffe in irgendeiner Weise einen Unterschied in Zubereitung oder Herkunft dar? Viele Meinungen gehen hier auseinander. Bei der Bezeichnung „Bulette“ ist man sich zumindest sicher: Der Name stammt ursprünglich von dem französischen Wort für „Kugel“ und da die Franzosen schon seit Jahrhunderten mit Vorliebe Pasteten kreieren, sollen diese Buletten wohl in Frankreich entstanden sein. Auch die Frikadelle hat dort ihren Namensursprung im Wort fricandeau. Es wird behauptet, dass erst im 17. Jahrhundert die Buletten und damit die Fleischklöße in allen möglichen Formen und Rezepten mit der Flucht der Hugenotten nach Deutschland „eingewandert“ seien.

Der bairische Begriff Fleischpflanzerl entwickelte sich aus der Bezeichnung Fleischpfannzelte, wobei das Wort Zelte als Ausdruck für „flacher Kuchen“ zu sehen ist. Fleischpflanzerl ist somit der „flache Fleischkuchen aus der Pfanne“. Es wurde früher vorwiegend aus Fleischresten zubereitet.

Die aus Österreich stammenden faschierten Laibchen oder auch Fleischlaiber genannt, lassen sich von „faschieren = durch den Fleischwolf drehen“ ableiten.

Da sich die Fleischklößchen in ihren Bezeichnungen und Namensgattungen schon ziemlich voneinander unterscheiden, stellt sich nun die Frage inwiefern sie in ihrer Form und Zusammensetzung variieren.

Die traditionelle Frikadelle, die übrigens 1.432 Mal auf  Speisekarten auf speisekarte.de zu finden ist und damit den absolut bekanntesten Begriff ihrer Verwandten darstellt, wird nicht nur von Spitzenköchen wie folgt zubereitet: Frikadelle nach Johann Lafer (Rezept).

Ähnlich wie diese Kochanleitung wird das deutsche Beefsteak (Rezept) angefertigt, jedoch hat es eine längere und etwas flachere Beschaffenheit. Außerdem wird es auch aus reinem Rinderhack zubereitet und man kann es sowohl auf dem Holzkohlegrill, als auch in einer Grillpfanne grillen oder eben ganz traditionell in einer Bratpfanne kochen. Im Vergleich beträgt die Häufigkeit des Beefsteaks auf speisekarte.de ca. 1/8 der Anzahl der Frikadelle.

Die schweizerischen Hacktätschli weichen ein wenig mehr von den bisherigen Rezepten ab. Die Zutaten: Peperoni, Schalotte, getrocknete Tomaten und Lauch sind hier keine Seltenheit und verfeinern das Hacktätschli (Rezept) umso mehr.

Dagegen hebt sich das österreichische Fleischlaiberl (Rezept) mit seinem faschierten Fleisch deutlich von der Menge ab.

Unsere bairischen Fleischpflanzerl, die fränkischen Fleischküchle, die thüringer Fleischklöße, und die Berliner Buletten unterscheiden sich von den Frikadellen dennoch kaum. Variiert werden hauptsächlich nur die Gewürze und individuelle Zugabe von Gemüse.

Zum Schluss kommen wir noch zu den internationalen Fleischküchlegerichten. Die schwedischen Köttbullar (Rezept), sind ebenfalls Fleischbällchen, die jedoch klassisch mit Preiselbeerkompott, Sahnesauce und Kartoffeln serviert werden. Wer sich diese Leckerbissen trotzdem lieber fertig auftischen lässt, hat tatsächlich 11 Möglichkeiten auf  schwedische Frikadellenbällchen in unseren Speisekarten zu stoßen.

Ćevapčići stammen vermutlich von dem türkischen Kebab ab und entstanden in der Zeit des Omanischen Reiches. Dabei handelt es sich um kleine gegrillte Hackröllchen. Die bekannteste internationale Variante der Frikadelle ist nichts destotrotz der beliebte Burger (Rezept), der angeblich seinen Ursprung in Hamburg hat. Genau belegt konnte dies allerdings nicht werden.

Ob Groß oder Klein, Bouletten schmecken jedermann und sind im Allgemeinen eine sehr beliebte Speise, die man mit den vielfältigsten Beilagen servieren kann, ob mit Kartoffelsalat oder Rosenkohl, hier zählt die Kreativität. Auch für Vegetarier und Veganer gibt es spezielle Gerichte dieser Art. Für die erste der beiden Gruppen ist zum Beispiel die Fischfrikadelle (Rezept) empfehlenswert, für Veganer dann wohl eher eine Tofubulette (Rezept).

Wir von speisekarte.de wünschen Ihnen guten Appetit und viel Spaß beim Ausprobieren.

Bilder: Dirk Schneider
Quelle: Wikimedia Commons

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