Was ist eigentlich… Spekulatius?

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Das kennt doch jeder! Es ist gerade mal Mitte Oktober und schon findet man in jedem Supermarkt sämtliche Weihnachtssüßigkeiten. Egal ob Lebkuchen, Plätzchen, Schokoladenweihnachtsmann oder Spekulatius, den Supermarktregalen fehlt keine Leckerei. Jeder hat seine eigene Lieblingssünde, welche zur vorweihnachtlichen Zeit gehört. Doch was hat der Spekulatius eigentlich mit der Vorweihnachtszeit zu tun, bis auf seinen Geschmack nach den typischen Weihnachtsgewürzen? Und woher kommt er eigentlich, der Spekulatius?

SpekulatiusIn Deutschland ist der Spekulatius ein typisches Weihnachtsgebäck, doch in seinen Ursprungsgebieten, den Niederlanden und Belgien, zählt der speculaas, speculatie oder speculoos seit dem 18. Jahrhundert das ganze Jahr über als eine feine Süßigkeit. Vor dem zweiten Weltkrieg war der Spekulatius eine eher für die Oberschicht erschwingliche Leckerei, denn durch die hohen Gewürzpreise war die Herstellung besonders kostspielig und daher galt er als kostbare Spezialität. Die Herkunft des Namens ist nicht mehr eindeutig zurückzuverfolgen. Einerseits vermutet man, dass er vom lateinischen Wort „speculum“ stammt, was so viel bedeutet wie „Spiegel“ und durch die spiegelförmigen Darstellungen der Backformen, den sogenannten Modeln, zu erklären wäre. Andererseits erzählen die Abbildungen der traditionellen Spekulatius die Nikolausgeschichte. Da der heilige Nikolaus Bischof war und im Mittelalter als großer Wundertäter galt, könnte sich der Name Spekulatius auch vom lateinischen Wort für Bischof „speculator“ ableiten.

Der Keks entsteht aus einem Mürbeteig, ist plattenförmig und meist rechteckig. Oft verrät die Dicke der Leckerei auch etwas über deren Qualität. Je dünner der Spekulatius ist, desto aufwendiger und somit auch hochwertiger ist die Herstellung. Wie schon erwähnt bilden die klassischen Spekulatius, wenn man sie in die richtige Reihenfolge aneinander legt, die Nikolausgeschichte ab als Andenken an die Wohltätigkeit des heiligen Nikolaus. Heute findet man allerdings in den Supermärkten meist Motive die mit dieser Tradition nicht in Verbindung stehen. Meistens werden heutzutage Windmühlen, Bauernhäuser oder Tiere abgebildet.

Den Spekulatius gibt es mittlerweile in den verschiedensten Varianten. Die bekanntesten sind der Gewürzspekulatius, der Butterspekulatius und der Mandelspekulatius. Der Gewürzspekulatius ist der geschmacksintensivste und definiert sich durch die Gewürze Kardamom (den wir in einem Artikel schon einmal näher beleuchtet haben), Zimt (auch dazu gibt es bei uns ausführliche Informationen) und Nelke. Der Butterspekulatius, wie der Name auch verrät, enthält einen erheblichen Anteil an Butter, weswegen das Geschmackserlebnis deutlich milder ausfällt als bei der Gewürzvariante. Ähnlich ist das auch beim Mandelspekulatius, dort wird das normale Weizenmehl durch Mandelmehl ersetzt und an der Unterseite des Kekses findet man fein gehobelte Mandelblättchen. Die belgischen und niederländischen Spekulatiussorten charakterisieren sich durch ihren leichten Geschmack nach Karamell, der durch die Zugabe von Zucker mit hohem Melasse-Anteil erreicht wird. Zum Selbermachen gibt es zahlreiche Variationen des typischen Spekulatius. Ob glutenfreie Mandel- oder Apfelspekulatius (Rezepte), bis hin zu kleinen Spekulatiuskuchen mit Banane (Rezept) über Spekulatius Cupcakes (Rezept), der Keks wird ideenreich in Szene gesetzt. Wem allerdings Gebäck zu eintönig ist, der kann sich an Spekulatiuscreme (Rezept) ausprobieren oder auch sein eigenes Spekulatiuseis (Rezept) zubereiten. Wem das zu viel Aufwand ist, der kann diesen außergewöhnlich feinen Geschmack mittlerweile auch schon als fertiges Gewürz kaufen. Kleiner Tipp: Wenn man Nutella doch einmal überdrüssig ist, kann man sie testweise auch durch Spekulatiusaufstrich ersetzen.

Egal in welcher Form man sich Spekulatius widmet, er bleibt schmackhaft und ist das Warten auf die vorweihnachtliche Zeit wert!

Foto: Saleeha Bamje, Quelle: Flickr

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