Kräuter- und Gewürzkunde… Nelken

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Wenn man das Stichwort Nelke hört, dann denkt man sofort an meist rötliche Blumen. Doch die Nelke, besser gesagt die Gewürznelke, entstammt nicht nur einer anderen pflanzlichen Gattung als die Blume, sondern sie kann auch viel mehr als ihr Namensvetter.

Das Myrtengewächs mit dem wissenschaftlichen Namen „Syzygium aromaticum“ stammt von den Molukken, einer indonesischen Inselgruppe und ist in Deutschland schon seit dem Jahr 950 bekannt. Im Gegensatz zu heute galt die Gewürznelke damals noch als nahezu unerschwingliche Kostbarkeit. Die Herkunft des Namens ist gut nachvollziehbar, denn die Nelken, Gewürznelken oder auch Nägeli ähneln der Form eines Nagels, welcher bereits im Mittelalter als Nägelein bezeichnet wurde.

Der Gewürznelkenbaum wird als immergrüne Pflanze bezeichnet und kann zwischen sechs und 20 Meter hoch werden. Mittlerweile wird er weltweit angebaut, wobei die Pflanzen mit der besten Qualität auf den Molukken, auf Sansibar oder auf Madagaskar heranwachsen. Von der Pflanze findet hauptsächlich die Knospe Verwendund, die in der Küche, als Tabakware oder Heilmittel genutzt wird.

Die Gewürznelke zeichnet sich beim Kochen durch einen brennend-feurigen und überaus intensiven Geschmack aus und wird gewöhnlich in Soßen, Suppen, Lebkuchen (lesen Sie hierzu unseren Artikel „Was ist eigentlich … Lebkuchen?) sowie Currypulver (mehr Infos hierzu unter „Was ist eigentlich … Curry?“) genutzt und verfeinert Fleisch, Fisch und Gemüse. Eine qualitativ hochwertige Nelke sollte braun bis rotbraun, bruchfrei und ölhaltig sein. Das knollige Ende hat in diesem Fall eine hellbraune Farbe und ist geschlossen. Die Qualität lässt sich durch ein einfaches Experiment feststellen. Der Schwimmtest lässt erstklassige Gewürznelken im Wasser nach unten sinken oder ihre massigen Enden senkrecht nach oben stehen, während geringwertige Nelken waagerecht auf der Oberfläche schwimmen werden.

Sogenannte Kretek sind indonesische Zigaretten, welche neben dem gewöhnlichen Tabak auch geschrotete Nelke enthalten. Am gängigsten sind in Deutschland Kretek der Marke „Gudang Garam“. Es werden sogar über 50% der kompletten Jahresernte der Knospe für Nelkenzigaretten verwendet.

Die Gewürznelke ist durch ihre vielseitigen Eigenschaften Heilpflanze des Jahres 2010 geworden. Egal ob gerinnungs- und entzündungshemmend, schmerzlindernd, verdauungsanregend oder stärkend für die körpereigene Abwehrkraft, die Wunderknospe hat überdurchschnittlich hohe Fähigkeiten. Eine Studie ergab sogar, dass Nelken zu den besten natürlichen Antioxidantien zählen. Allein aus diesen Aspekten sollte man das Myrtengewächs selbstverständlich in seine Ernährung mit aufnehmen. Da jedes Heilmittel auch Nachteile hat, gibt es bei Nelken natürlich auch Wirkungen die nicht immer erwünscht sind. Beispielsweise sollte man sie während einer Schwangerschaft meiden, da Gewürznelken Wehen auslösen können.

Nun zurück zur Küche: Wer Lust bekommen hat, die Gewürznelke in seine Ernährung mit einzubinden, kann gerne selbst den Kochlöffel schwingen. Glühwein, Punsch (Rezept) oder eine orientalische Vorspeise Mezze“, wie beispielsweise Hackspieße mit Zaziki und Mais-Brotsalat (Rezept), sind leicht nachzumachen. Außerdem kann man Gulasch verfeinert mit Zimt und Nelken (Rezept) sowie dänischen Schweinebraten (Rezept) auch mit etwas mehr Aufwand zu Hause ausprobieren. Aber auch die indische Küche benutzt Gewürznelken: Kofta in Tomaten-Joghurt-Soße (Rezept) reizt den Einen oder Anderen bestimmt. Ebenso süße Leckerbissen, wie Gewürzkuchen (Rezept), Tiramisu (Rezept) oder Apfelbrot (Rezept), kann man mit der Knospe veredeln.

Als kleiner Tipp zum Schluss: Auf speisekarte.de  kann man sich auch ein Restaurant in seiner Umgebung suchen, welches mit Nelken kocht und dieses dann direkt ausprobieren. Viel Spaß und guten Appetit!

2 Gedanken zu „Kräuter- und Gewürzkunde… Nelken“

  1. Die Nelke, ein kleines Verkanntes Geschmackswunder. Ich erinner mich genau an den traumhaften Geschmak von Oma´s eingekochten Birnen…Da waren auch immer Nelken mit im Spiel.. Ein Traum

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