Was ist eigentlich… Galette des Rois?

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Schon seit langer Zeit ist Frankreich eine Republik und es gibt keine Könige mehr, bis auf eine klitzekleine Ausnahme am Dreikönigstag am 6. Januar, da kann in Frankreich nämlich jeder König werden. Wie? Ganz einfach, man muss nur das richtige Stück der „Galette des Rois“ (dt. Königskuchen) bekommen.

Es ist ein alter Brauch, dass in Frankreich am Dreikönigstag ein Kuchen gebacken wird. Das Rezept variiert von Region zu Region und von Familie zu Familie. Generell lässt sich sagen, dass in Nordfrankreich eher eine „Galette feuilletée“, also ein Kuchen aus Blätterteig und Marzipan, gebacken wird, während bei den Südfranzosen eher eine „Brioche“ auf den Tisch kommt, also ein Hefekuchen. Egal nach welchem Rezept sie gebacken werden, eines haben die „Galettes des Rois“ gemeinsam, nämlich, dass eine „Fève“ eingebacken wird. „Fève“ bedeutet auf Deutsch „Saubohne“ und früher wurde auch meist eine solche getrocknete  Bohne verwendet. Heutzutage versteht man darunter jedoch meist eine kleine Porzellanfigur, die vor dem Backen in den Teig gemischt wird.
Ist der Königskuchen fertig, kommt die ganze Familie zusammen, um beim gemeinsamen Essen den König zu ermitteln. Dazu setzt sich traditionell das jüngste Kind unter den Tisch und wird gefragt: „Roudoudou, pour qui est ce morceau-là?“ – „Für wen ist dieses Stück?“ Nachdem alle Kuchenstücke blind verteilt wurden, darf die“ Galette des Rois“ endlich gegessen werden. Aber mit Vorsicht, denn in einem der Stücke befindet sich die kleine, harte „Fève“, an der man sich besser keinen Zahn ausbeißen sollte. Derjenige, der die kleine Figur in seinem Kuchenstück findet, ist dann für einen Tag König oder Königin. Er oder sie bekommt eine Krone auf den Kopf gesetzt und sobald er oder sie trinken will, rufen alle: „Le roi boit, le roi boit“ – „Der König trinkt“.
Dieser Brauch wird übrigens nicht nur innerhalb der Familie, sondern oftmals auch in Unternehmen gefeiert und ist auch jenseits der Grenzen Frankreichs, zum Beispiel in der Schweiz, den Niederlanden, England und Spanien, in ähnlicher Form bekannt.

Zur Entstehungsgeschichte dieser Tradition gibt es zwei Theorien. Die eine besagt, dass der Brauch der „Galette des Rois“ das römische Fest der Saturnwoche als Ursprung hat. Bei diesem Fest wurden Kinder mit Kuchen beschenkt und es fiel mit der Lehnsabgabe an den Adel zusammen, woher der Name „Königskuchen“ stammen soll.
Der zweiten Theorie zufolge geht die Tradition auf das christliche Dreikönigsfest zurück. Bei diesem wird an die biblische Geschichte des Besuchs der drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar in Bethlehem bei dem Jesuskind in der Krippe erinnert und an die Geschenke Myrrhe, Weihrauch und Gold, die die Könige mitbrachten. In dem Konkordat von 1801 wurde dieses Fest auf den 6. Januar gelegt und wird auch heute noch an diesem Tag gefeiert. Die Geschichte des Königskuchens steht heutzutage jedoch eher im Hintergrund. Vielmehr geht es um das gesellige Zusammensein und die Freude, wenn endlich der neue König gefunden wurde.

Wenn Sie diesen schönen Brauch auch gerne ausprobieren wollen, haben wir auch gleich noch ein paar passende Rezepte für Sie. Hier ein Rezeptvorschlag für den klassischen „Galette des Rois“ (Rezept), den es aber auch als Variante mit Mandel-Creme gibt. Ein Beispiel für den Königskuchen mit Blätterteig haben wir natürlich auch für Sie zum Ausprobieren – eine etwas leichtere Variante mit Äpfeln findet sich auch in diesem Rezept. Oder möchten Sie lieber die südfranzösische Variante, also eine „Brioche“, backen (Rezept)? Und für alle, die es lieber ohne Mandeln mögen, haben wir hier noch eine Galette mit Kirschen und Pistazien (Rezept). Aber egal für welches Rezept Sie sich entscheiden, vergessen Sie die „Fève“ nicht!

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Backen und dem anschließenden Feiern mit der Familie oder Freunden!

König Tom

Das Team von speisekarte.de hat den Brauch der „Galette des Rois“ schon einmal für Sie getestet und wir gratulieren dem Finder der „Fève“, unserem neuen König, Tom!

 

 

 

 

 

 

 

 

Artikelbild: Gorrk
Quelle: wikimedia commons

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