Wussten Sie schon… Soja?

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterPin on PinterestPrint this pageEmail this to someone

2016 ist das Jahr der Hülsenfrüchte. Zu diesem Anlass möchten wir uns mit einigen Vertretern dieser Klasse ein bisschen näher beschäftigen und mit der Sojabohne beginnen. Nicht ohne Grund, denn die Sojabohne ist sehr vielseitig und in der Nachfrage in den letzten Jahren extrem gestiegen. Egal ob als Viehfutter, in Kosmetika, in Lebensmitteln oder als Treibstoff, Soja begegnet uns in fast jeder Lebenslage. Bewusst nehmen wir die kleine Bohne wohl meist nur in Sojadrinks, Tofu und anderen Lebensmitteln war, doch wenn man einmal genau darauf achtet, findet man sie auch in vielen Produkten, wo man sie nicht erwartet.

Die Sojabohne gehört zu den Hülsenfrüchten und ist eine Ölpflanze, da ihr Ölgehalt bei etwa 17 Prozent liegt. Das ist für eine Bohne sehr viel. Ursprünglich stammt sie aus Ostasien und wird in China wohl schon seit fast 5000 Jahren angebaut. Außerhalb von Asien war Soja vor dem 20. Jahrhundert noch nicht sehr bekannt, aber bereits vorhanden. Nach dem zweiten Weltkrieg verbreitete die Bohne sich dann in Nord- und Südamerika. Noch bis heute ist der amerikanische Kontinent führend in der Sojaproduktion, wobei die USA als „Sojabaron“ führend sind, gefolgt von Brasilien und Argentinien. Insgesamt stammen über 80 Prozent der weltweiten Sojaernte, die bei etwa 190 Millionen Tonnen liegt, aus diesen drei Ländern. In Ostasien wird die Hülsenfrucht vor allem in China, Japan und Korea angebaut.

Die Sojabohne kann viele verschiedene Formen und Farben haben. Mal ist so braun, mal gelb, grün, weiß oder schwarz-violett. Die Formen reichen von rund über ei- oder nierenförmig, flach und gewölbt.

Dank der Inhaltsstoffe ist Soja ein bedeutendes Lebensmittel und sichert in einigen Entwicklungsländern die Versorgung mit Grundnährstoffen. In westlichen Ländern wird die Bohne mittlerweile vor allem als Alleskönner der vegetarischen und veganen Küche verwendet, in den asiatischen Ländern ist sie fester Bestandteil der traditionellen Küche. Außerdem ist sie fast überall essentiell für Ölgewinnung und als Viehfutter in der Fleisch-, Eier- und Milchindustrie, aber auch als Rohstoff für Treibstoffe. Soja kann einen Eiweißgehalt von 35 – 40 Prozent aufweisen und ist somit die proteinreichste Körnerfrucht der Welt. Außerdem wird Sojaeiweiß als biologisch besonders wertvoll eingestuft, da es Aminosäuren enthält, die der menschliche Körper nicht selbst bilden kann. Soja reicht somit als alleinige Eiweißquelle für die menschliche Ernährung aus, was besonders für Veganer hilfreich ist. Auch viele andere wichtige Bausteine der Ernährung sind in Soja enthalten, zum Beispiel Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen, Folsäure, Vitamin A, E, B1, B2 und K, Zink usw. Ebenfalls gilt der hohe Gehalt an Phytoöstrogenen als wertvoll. Dieser Stoff hat ähnliche Strukturen wie das weibliche Sexualhormon Östrogen und soll Beschwerden in den Wechseljahren mildern, eine präventive Wirkung bei hormonabhängigen Tumorarten wie Prostata-, Gebärmutter- und Brustkrebs haben, Osteoporose, Herzinfarkte und Schlaganfälle vorbeugen und antioxidativ wirken. Es gibt aber auch Gegenstimmen, die das Phytoöstrogen bei hohem Konsum für schädlich halten. Auch Allergien gegen Sojaprodukte kommen häufig vor.

Leider ist nicht alles Gold, was glänzt. Auch Soja hat seine Nachteile. Ein großes Problem ist die Genmanipulation beim Sojaanbau, die seit 1996 betrieben wird. Mittlerweile ist mehr als die Hälfte der Sojawelternte genmanipuliert. Es muss zwar deklariert werden, wenn Gensoja in einem Produkt enthalten ist, aber nur, wenn dies im Produkt nachweisbar ist, was bei Sojaöl zum Beispiel unmöglich wäre, und der Anteil über einem Prozent liegt. Leider kommt es bei Tarnsport, Lagerung und Verarbeitung auch zu Vermischung, weshalb wohl in fast jedem Sojaprodukt auch Gensoja enthalten ist.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die Anbaugebiete. Zum Teil werden Regenwälder gerodet, um Anbauflächen für Soja zu gewinnen, beispielsweise am Amazonas. Ein Großteil der dort angebauten Bohnen wird in Deutschland als Mastfutter in der Massentierhaltung genutzt. Direkt auf dem Teller, etwa als Tofu oder Sojadrink, landen gerade einmal ca. zwei Prozent des importierten Sojas, welches dann meist aus europäischen Anbaugebieten stammt. Riesige Monokulturen werden also angelegt und verdrängen den Regenwald, um in der Massentierhaltung, Ei- und Milchindustrie verfüttert zu werden. Die ökologischen Schäden, die diese Monokulturen anrichten, sind immens.

Man sollte also beim Kauf von Sojabohnen und –produkten darauf achten, aus welchem Land diese kommen. Ansonsten steht dem Genuss der gesunden Bohne aber nichts im Wege und alle kreativen Köche können sich mit dem vielseitigen Alleskönner so richtig austoben. Wie wäre es zum Beispiel mit Teriyaki Soja-Schnetzel-Medaillons mit Zwiebeln oder einer leckeren Gemüse-Soja-Volognese? Man kann die Bohnen aber auch schnell und einfach als gesunden Snack zubereiten oder zu einer Beilage verarbeiten. Für einen Nachtisch eignen sich Produkte wie Sojadrinks und -joghurts, zum Beispiel für ein Joghurt-Mohn-Beeren-Schichtdessert. Natürlich eignen sich die Produkte auch zum Backen oder für den Kaffee. Es gibt unzählige Möglichkeiten, Soja zu leckeren Gaumendfreuden zu verarbeiten! Viel Spaß beim Experimentieren!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.