Was ist eigentlich… Stachelannone?

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Sie trägt viele Namen, ist aber in Deutschland noch nicht so wirklich bekannt: Die Stachelannone. Im Deutschen nennt man sie auch Sauersack, im Englischen heißt sie Soursop und ein weiterer gängiger Name ist Guanabana. Die lateinische Bezeichnung ist Annona muricata. Das lässt bereits richtig vermuten, dass das Gewächs zur Gattung der Annonengewächse gehört.

Seinen Ursprung hat der Baum mit den seltsamen Früchten im nördlichen Südamerika, in Westindien und in der Karibik, wo er wild in Tieflandwäldern gedeiht. Er wird fünf bis zehn Meter hoch, ist schlank im Wuchs und zählt zu den immergrünen Pflanzen. Bevor er Früchte trägt, blüht er grüngelb und lockt mit einem aasartigen Geruch Insekten an. Wird die Blüte ordnungsgemäß befruchtet, entwickeln sich Früchte, die bis zu 40 Zentimeter lang und vier Kilo schwer werden können. Den Namen Sauersack verdanken sie ihrer sackartigen Form im reifen Zustand. Die Früchte zählen zu den Beeren und haben ein cremefarbenes Fruchtfleisch, das in Segmente und ein Zentralmark unterteilt ist.

Stachelannonen sind relativ pflegeleicht und werden heute vor allem in Brasilien und auf Hawaii angebaut. Sie bevorzugen dürres, halbtrockenes Klima und vertragen keinen Frost. Die Ernte findet bereits zwischen Januar und März statt, also dann, wenn die Früchte noch nicht ihre volle Reife erlangt haben. Das liegt daran, dass die reifen Früchte sehr schwer und weich sind und bei einem Sturz auf den Boden zerplatzen würden.

Guanabana gilt in der Volksmedizin beinahe als Alleskönner. Legt man ihre Blätter über Nacht ins Kopfkissen, soll das für einen ruhigen Schlaf sorgen und außerdem Störenfriede wie Läuse und Bettwanzen fernhalten. Aus den zu Pulver gemahlenen Kernen lässt sich eine Paste anrühren, die Kopfläuse beseitigt, und zerdrückte Blätter sollen bei Ekzem und Hautunreinheiten wahre Wunder bewirken. Den Sud der Blätter kann man zur Bekämpfung von Entzündungen einsetzten und der Saft der Frucht wirkt in größeren Mengen abführend. Fermentiert man die Blätter, kann man aus ihnen auch Tee herstellen, der schweißtreibend, fiebersenkend und beruhigend wirkt.

Besonders interessant wird es, wenn man sich die Gerüchteküche um eine krebsheilende Wirkung der Sauersackfrucht ansieht. Ein pharmazeutisches Unternehmen in den USA hat bei Versuchen herausgefunden, dass die Guanabana antikarzinogene Stoffe enthält. Da man diese aber nicht synthetisieren und somit patentieren kann, bringen sie dem Unternehmen kein Geld. Die Versuche wurden nach dieser Erkenntnis eingestellt. Einige Zeit später untersuchte die Katholische Universität in Korea die krebsheilende Wirkung der Pflanze erneut und kam zu dem Ergebnis, dass sie 10.000 mal stärker wirkt als klassische Medikamente, die in einer Chemotherapie eingesetzt werden, ohne lästige Nebenwirkungen wie Haarausfall, Müdigkeit und Übelkeit. Um dies aber endgültig nachweisen zu können, müssten Doppelblindtest-Untersuchungen geführt werden, was bis heute noch nicht geschehen ist. Da es also keine handfesten Beweise für die Wirksamkeit der Frucht gegen bösartige Tumore gibt, besteht lediglich die Empfehlung, zur Krebsvorbeugung möglichst viel Guanabanasaft zu trinken.

Egal ob Wundermittel oder ordinäre Frucht, eines ist sicher: Der Sauersack schmeckt einzigartig! Der Grundgeschmack ist säuerlich und erinnert insgesamt an eine Mischung aus Zitrone, Stachelbeere und Ananas. Typischerweise wird die Frucht als Tiefkühlfruchtfleisch gehandelt, welches mittlerweile auch in Europa erhältlich ist. Außerdem wird sie in ihren Heimatländern oft zu Mischsäften, Puddings, Eis und Marmelade verarbeitet. In Brasilien wird die unreife Frucht wie Gemüse gekocht, gebacken und frittiert. Die Verwendungsmöglichkeiten sind sehr vielfältig und ungesund ist die nicht gerade durch ihr Optisches glänzende Frucht auf keinen Fall. Sie enthält nämlich sehr viel Vitamin C und ist reich an Nikotinsäure. Also nichts wie ran an das exotische Gewächs!

Es gibt viele kreative Ideen, wie man Guanabana verarbeiten kann. Zum Einstieg könnten Sie es ja zum Beispiel mit einem leckeren Fruchtshake  probieren oder ein exotisches Eis zubereiten. Wer es ausgefallener mag, sollte einfach einmal mit der Frucht experimentieren, die man, sollte man sie nicht in einem Geschäft in der Nähe erhalten, auch im Internet bestellen kann.

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