Was ist eigentlich … Histaminintoleranz

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Lebensmittelunverträglichkeiten gibt es viele. Eine dieser Unverträglichkeiten ist die Histaminintoleranz. Diese ist allerdings noch nicht sehr bekannt und dementsprechend problematisch zu diagnostizieren. Doch was ist eigentlich Histamin? Histamin wird zu den Gewebshormonen gezählt und ist ein sogenanntes Amin. Es spielt eine zentrale Rolle bei vielen physiologischen und pathophysiologischen Vorgängen im menschlichen Körper und ist unter anderem in der Haut, in der Lunge, in Schleimhäuten und im Magen-Darm-Trakt zu finden. Seine Aufgabe ist es, als Botenstoff für einen geregelten Ablauf von Funktionen der Blutgefäße, der Bronchien, der Magenschleimhaut und des Zentralnervensystems zu sorgen.

Histamin gibt es aber nicht nur im menschlichen Körper, sondern es ist auch in vielen Lebensmitteln enthalten, beispielsweise in Käse, Thunfisch, Hefe, Schokolade, Rotwein, Sauerkraut, eingelegten/konservierten Lebensmitteln, geräucherten Fleisch- und Wurstwaren, Fertiggerichten, Essig und Sojaprodukten. Außerdem gibt es Nahrungsmittel, die Histamine freisetzten, wie Hülsenfrüchte, Erdbeeren, Tomaten, Nüsse usw.

Eine Histaminintoleranz hat man also, wenn man Produkte, die einen relevanten Anteil Histamin enthalten, nicht verträgt. Eine solche Intoleranz tritt bei etwa drei Prozent der mitteleuropäischen Bevölkerung auf, wobei die Dunkelziffer wesentlich größer ist. Das liegt daran, dass sie noch relativ unbekannt ist und viele unter dieser Unverträglichkeit leiden, ohne es zu wissen. Frauen sind prinzipiell häufiger betroffen. Bei einer Histaminintoleranz können durch die Nahrung aufgenommene biogene Amine nicht richtig abgebaut werden. Früher war dieses Phänomen unter dem Namen „Histaminose“ bekannt.

Es gibt zwei Typen von Histaminintoleranz: Typ DAO und Typ HNMT. Bei Typ DAO gibt es ein Problem mit dem Abbau von Histamin durch Diaminoxidase, welches extrazellulär und im Dünndarm zu finden ist. Bei Typ HNMT funktioniert der Abbau durch N-Methyl-Transferase intrazellulär nicht, dies passiert zum Beispiel in der Leber. Die Ursachen hierfür sind sehr verschieden, es kann sowohl durch einen genetischen Defekt auftreten, als auch durch Darmprobleme, Vitalstoffmängel und vieles mehr.

Die Symptome bei einer Histaminintoleranz sind vielfältig und treten meist unmittelbar nach dem Genuss von histaminhaltigen Lebensmitteln auf. Sie reichen von Hautausschlag, Durchfall und Erbrechen über Herzklopfen, Kurzatmigkeit und Magenkrämpfen bis hin zu einer laufenden Nase und geschwollenen Augen. In einigen Fällen können auch Langzeitsymptome wie Ekzeme, Migräne, chronische Erschöpfung und Stimmungsschwankungen auftreten. Eine Reaktion nach dem Genuss von Wein könnte allerdings auch andere Ursachen als eine Unverträglichkeit gegen Histamin haben, zum Beispiel eine Alkohol-Unverträglichkeit oder eine allergische Reaktion auf den enthaltenen Schwefel.

In diesem Video von GanzGesund TV finden Sie wertvolle Hinweise, wie Sie Histaminintoleranz erkennen und mildern können.

Leidet man unter Histaminintoleranz, ist es natürlich wichtig, histaminhaltige Lebensmittel zu meiden. Listen, in denen alle Produkte, die gemieden werden sollten und alle Produkte, die gut verträglich sind, aufgeführt werden, findet man in großer Zahl online. Mittlerweile gibt es zum Glück auch einige Produzenten, die sich auf histaminintolerante Kunden eingestellt haben und Produkte herstellen, die sonst gemieden werden müsste, wie zum Beispiel histaminarme Weine.

Allgemein sollte darauf geachtet werden, dass Speisen möglichst frisch konsumiert werden, da mit längerer Lagerung auch der Histamingehalt steigt. Alkohol hemmt ein Histamin abbauendes Enzym und sollte deshalb möglichst gemieden werden. Außerdem sollten Speisen und Getränke nicht zu warm verzehrt werden, da dies zu einer Ausschüttung von Mastzellen und somit zum Auftreten von Symptomen führen kann. Speisen mit Zusatzstoffen sind meist unverträglich, also lieber selbst kochen!

Ein Gericht, das nicht nur etwas für Histaminintolerante ist, ist zum Beispiel dieser Gemüseauflauf mit Ziegenfrischkäse, Feta und Mandelblättchen (Rezept) oder diese superschnellen Apfelschnitten (Rezept) . Auch leckere Waffeln (Rezept) müssen in einer histaminarmen Ernährung nicht fehlen.

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