Wussten Sie schon … Osterbrot

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Endlich naht Ostern! Erste Sonnenstrahlen, bunt bemalte Eier und viel Schokolade erwarten uns. Für viele bedeutet Ostern aber auch das Ende der Fastenzeit. Am Ostersonntag findet traditionell der Fastenbruch statt, bei einem opulenten Mittagessen und leckerem Nachmittagskaffee. Hierbei darf das Osterbrot nicht fehlen. Es ist meist rund und kreuzförmig eingeschnitten oder wird als geflochtener Zopf gebacken. Vor allem in Süddeutschland und Italien wird dieser christliche Brauch noch gepflegt. Zurückzuführen ist das Osterbrot bis zur ältesten österlichen Gebäckform, dem Fladen. Ursprünglich wurde der aus geschrotetem Korn gemacht und war flach wie ein Lebkuchen. Erst mit der Entdeckung des Sauerteigs und der Hefe als Treibmittel wurde das Osterbrot zu einem runden Laib und im Laufe der Zeit wurden Zutaten wie Zucker, Milch, Eier und Gewürze hinzugefügt, die das Brot verfeinerten und zu etwas ganz Besonderem machten. Zur Feier der Auferstehung Christi war und ist es wichtig, eine außergewöhnliche Spezialität zu servieren. Außerdem ist das kalorien- und zuckerhaltige Brot nach der Fastenzeit eine Wohltat für den Körper.

Die Form des Osterbrots ist keinesfalls zufällig gewählt. Das Runde symbolisiert die Sonne und ist ein Hinweis auf Jesus als das Licht der Welt. Auch das Safran, das oft in den Teig gegeben wird, dient nicht nur dem Geschmack, sondern sorgt auch für die sonnengelbe Färbung des Teiges. Der Kreuzschnitt, der das Brot zieht, ist natürlich auch ein christliches Symbol. Bei Osterbroten in Zopfform soll die Dreifaltigkeit verdeutlicht werden und es zeigt, wie der Mensch mit Gott untrennbar verflochten ist. Die Früchte, die in das Brot eingebacken werden, stehen für den Wunsch nach einem fruchtbaren Jahr.

Der Brauch des Osterbrotes ist international und wird bei Weitem nicht nur in Deutschland gepflegt. Eine ähnliche Tradition gibt es in England: die Hot Cross Buns. Das sind kleine Brötchen aus Hefeteig mit Orangenschale oder Zitronat und einem Hauch Zimt verfeinert, die ein deutlich erkennbares Kreuz tragen. Dieses entsteht entweder beim Backen, wenn kreuzförmig ein Wasser-Mehl-Gemisch aufgetragen wird, sodass das Brötchen an diesen Stellen nicht braun wird, oder durch eine helle Glasur. Traditionell werden sie am Karfreitag serviert und sollen die Kreuzigung symbolisieren. Allerdings erfreuen sich die kleinen Leckereien mittlerweile so großer Beliebtheit, dass sie von Kanada bis Neuseeland ganzjährig angeboten werden und in Australien sogar das Neujahrsgebäck sind.

Auch in Russland gibt es eine Art Osterbrot. Es nennt sich Kulitsch und wird in verschieden großen Ausführungen gebacken, damit es an Freunde und Nachbarn verschenkt werden kann. Am Ostersamstag werden die Brote traditionell in der Kirsche geweiht. Die Zubereitung ist sehr aufwändig und es gibt unzählige verschiedene Rezepte, je nach Region und Familientradition. Früher wurde das Kulitsch in kleinen und großen Eimern zubereitet, heute gibt es hohe Formen, die das Backen erleichtern. Das Mindestgewicht eines solchen süßen Brotes liegt bei einem halben Kilo.

Es gibt noch viele weitere Traditionen und Bräuche rund um das Osterbrot und bei den Formen sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Egal ob geflochtener Ring, Osterhase mit langen Ohren, oder Schüssel, die Eier fasst, es ist alles erlaubt. Natürlich ist das Osterbrot auch für alle, die nicht christlichen Glaubens sind, eine tolle Tradition für die Ostertage und außerdem sehr lecker! Oft werden Osterbrote heutzutage beim Bäcker gekauft, aber selbst backen ist nicht nur billiger, sondern auch eine gute Gelegenheit dafür, eine schöne Zeit mit der Familie zu verbringen. Deshalb haben wir einige Rezepte für Sie vorbereitet, zum Beispiel dieses traditionelle, runde Osterbrot (Rezept) oder die vegane Version eines Osterstriezels (Rezept). Wer einmal in andere Kulturen hinein schnuppern möchte, sollte sich an einem Kulitsch (Rezept) oder den englischen Hot Cross Buns (Rezept)  versuchen. Wir wünschen viel Freude beim Backen und Genießen und schöne Osterfeiertage!

Bild: moerschy
Quelle: pixabay.com

Ein Gedanke zu „Wussten Sie schon … Osterbrot“

  1. Mit diesem neuen Wissen über Ostern werde ich an den Feiertagen meine Familie überraschen. Sehr informativ und ausführlich, Hut ab.

    Gruß
    Peter

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