Wussten Sie schon… Lupine

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Die Lupine – eine hübsche Zierpflanze, die sonst zu nichts zu gebrauchen ist? Von wegen! Die schöne Pflanze ist vielseitiger als man vielleicht denkt. Es stimmt zwar, dass sie Alkaloide enthält, die bitter und schwer verdaulich sind, das macht sie aber längst nicht giftig und ungenießbar.  Durch eine bestimmte Zubereitungsart können Samen und andere Teile der Pflanze genießbar gemacht werden. Außerdem gibt es bereits Züchtungen, die nur einen sehr geringen Alkaloidgehalt aufweisen. Es gibt viele verschiedene Lupinenarten. Die gezüchteten, bitterstoffarmen Sorten heißen Süßlupinen.

Grund genug, die Lupine ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen, da sie ja auch zu den Hülsenfrüchten gehört, auf die die UN im Jahr 2016 besonders aufmerksam machen möchten.

Ursprünglich stammt die Lupine aus dem Mittelmeerraum, wo sie schon länger von Menschen genutzt wird als man glaubt. Bereits im römischen und griechischen Altertum war sie eine bekannte Kulturpflanze, die schon damals schriftliche Erwähnung in ihrem Nutzen als Vorfrucht für Getreide auf armen Böden fand. Es gibt auch schriftliche Quellen, die die Entbitterung, also die Verringerung der Alkaloidanteile der Samen vor dem Verzehr, beschreiben.

In Mitteleuropa war vor allem die Weiße Lupine verbreitet, deren Kultivierung und Nutzung Friedrich der Große Ende des 18. Jahrhunderts propagierte. Diese Bemühungen blieben erfolglos und erst durch die Armut im ersten Weltkrieg fand die Pflanze Beachtung als Körnerfrucht zur Eiweiß– und Ölgewinnung. Zu dieser Zeit stand vor allem die ganzheitliche Nutzung im Vordergrund, nicht nur die Verwendung der Samen. So wurden aus Lupinen neben Lebensmitteln auch Stoffe, Schreibpapier, Klebstoff und vieles mehr hergestellt. Leider waren die Erträge aufgrund von schlechten Züchtungen und Krankheitsbefall stark schwankend, was wohl neben den wachsenden Importmöglichkeiten anderer Eiweißlieferanten der Grund dafür sein dürfte, dass sich der Anbau von Lupinen in Mitteleuropa nicht durchgesetzt hat.

Anschließend wurden Lupinen vor allem als Zierpflanze in Gärten und Parks genutzt oder in der Landwirtschaft zum Auflockern der Erde und deren Anreicherung mit Stickstoff für Getreide und Co.

Diese Entwicklung ist bedauerlich, da die Hülsenfrucht viele ökologische und gesundheitliche Vorteile bietet. Ihr Anbau kann direkt in Deutschland erfolgen, und das ohne Dünger und auch auf nährstoffarmen Böden. Außerdem kann ein relativ hoher Ertrag auf geringen Flächen erzeugt werden. Das schlägt die CO₂-Bilanz von Importprodukten natürlich um Weiten. Nicht nur deshalb steigt in letzter Zeit das Interesse an Lupinen wieder. Auch die möglichen Gefahren genmanipulierter Sojabohnen und riesiger Plantagen, für die Regenwaldgebiete abgeholzt werden, führen zu einer steigenden Nachfrage. Regionale sowie vegane und Naturkostprodukte sind heute sehr gefragt und so ist es kein Wunder, dass Lupinen gerade neu als Alternative zu Soja und tierischen Produkten entdeckt wird.

Auch die inneren Werte der Frucht können sich sehen lassen. Der Eiweißgehalt der Samen liegt mit 36 – 48 Prozent nur knapp unter dem der Sojabohne und der Fettgehalt unterbietet die meisten anderen Hülsenfrüchte. Außerdem ist Lupineneiweiß sehr wertvoll, da es essentielle Aminosäuren beinhaltet. Die enthaltenen Fette sind einfach oder mehrfach ungesättigt und es sind Carotinoide und Vitamin E enthalten. Auch mit einem hohen Gehalt an Mineralstoffen kann die der Lupinensamen glänzen, vor allem Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen betreffend. Gluten und Stärke sucht man unter den Inhaltsstoffen hingegen vergeblich.

Mittlerweile kann man bereits einige Lupinenprodukte auf dem Markt finden, vor allem in Bio- und Naturkostmärkten. Dank des Booms regionaler und veganer Produkte haben diese aber auch schon Einzug in einigen Supermärkten gehalten. Man findet die Samen der bunten Pflanze vielseitig verarbeitet, zum Beispiel als Lupinendrink, Eis, Fleischersatz, Brotaufstrich, Öl oder Kaffeeersatz. Aber auch das aus Lupinen gewonnene Mehl wird gerne verwendet, da es weniger Kohlenhydrate und mehr Eiweiß als Getreidemehle enthält. So kann man gesund und glutenfrei Brot, Kuchen, Nudeln und vieles mehr zubereiten.

Ein wenig vorsichtig sollte man bei der Verwendung von Lupinenprodukten oder gar dem Anbau von Lupinen dennoch sein. Lupine ist zwar weniger allergen als Soja, kann aber vor allem bei Erdnussallergikern starke Reaktionen hervorrufen. Außerdem vertragen viele Tiere keine Lupinen und können an einer Vergiftung durch die Pflanze sogar sterben. Dazu gehören Pferde, Rinder, Ziegen, aber auch Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Vögel und andere Haus- und Wildtiere.

In jedem Fall ist die Lupine eine gesunde und umweltschonende Alternative zur Sojabohne und ihre Verbreitung auf dem deutschen Lebensmittelmarkt ist wünschenswert.

Wer jetzt Lust bekommen hat, die Lupine auf den eigenen Esstisch zu bringen, für den haben wir einige Rezepte zusammengestellt. Wie wäre es zum Beispiel mit einer proteinreichen Quiche „Spinaci“ mit Lupinenmehl? Wer Lupine gerne als Fleischersatz probieren will, kann sich ein leckeres Chili con Lupine zubereiten. Für alle Sportler ist ein Kichererbsen-Lupinen-Erdnussriegel genau das Richtige und voll mit der Kraft der Hülsenfrüchte. Will man Lupine möglichst naturbelassen und pur genießen, kann man dies mit ägyptischen Termiz.

Und für alle, die nicht so kochfreudig sind, empfiehlt es sich, fertige Lupinenprodukte aus Bio- und Supermarkt zu probieren. Guten Appetit!

Artikelbild von Antranias auf pixabay.

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