Kürbisse und Gemüse im Herbst

Was ist eigentlich… Erntedank?

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Jetzt ist er also da, der Herbst. Die Tage werden deutlich kürzer, es ist kalt und regnerisch und eigentlich möchte man kaum vor die Tür gehen. Aber der Herbst hat auch seine Vorzüge! Es ist Erntezeit und die Natur beschenkt uns mit einer Vielzahl an Obst und Gemüse, Getreide, Nüssen und Co. Dieser Erntereichtum ist nicht selbstverständlich und wird von jeher gefeiert. Den Christen in Deutschland geht es aber nicht nur ums Feiern, sie wollen auch Gott für die Früchte der Felder danken, weshalb jedes Jahr das sogenannte Erntedankfest oder auch nur Erntefest veranstaltet wird. Der Termin für dieses Fest variiert von katholisch zu evangelisch und von Region zu Region, da er nicht festgelegt ist. Oft wird Erntedank jedoch am ersten Sonntag im Oktober gefeiert.

Wie entstand das Erntedankfest?

In seinen Grundzügen gab es das Erntefest bereits zu vorchristlichen Zeiten, verwurzelt in der römischen Religion und im Judentum. Die Idee des Erntedankfestes wie wir es heute kennen geht wohl auf die römischen Bräuche zurück und wird etwa seit dem dritten Jahrhundert nach Christus gefeiert. Damals wurde den Mägden und Knechten zu dieser Feierlichkeit Erntebier und ein Festessen serviert, und zwar von den jeweiligen Gutsherren höchstpersönlich. Hieraus entstand die Tradition, die bis heute in Deutschland gepflegt wird.

 

Wie wird Erntedank gefeiert?

In erster Linie ist Erntedank ein christliches Ereignis, das mit Gottesdiensten und Predigten zelebriert wird. Hierfür wird der Altarraum mit Feldfrüchten und Erntekronen, die aus geflochtenen Getreideähren gebunden werden, festlich geschmückt. In manchen Gemeinden wird zusätzlich ein Fest gefeiert, zu dem alle zum Essen zusammen kommen und die reiche Ernte genießen. Außerdem werden manchmal Puppen aus Stroh gefertigt und als eine Art Opfergabe auf den Feldern verbrannt.

Oft gibt es zum Erntedankfest auch Umzüge, bei denen Kinder und Gruppen mit hübsch geschmückten Wagen durch die Stadt ziehen. In den Wagen befinden sich Konserven und andere Lebensmittel, die zuvor gesammelt wurden, und das Ziel des Umzuges ist die Kirche. Von hier aus werden die gespendeten Lebensmittel dann an Bedürftige verteilt. Auf diese Weise kann man nicht nur den Lebensmittelreichtum feiern, sondern auch diejenigen daran teilhaben lassen, die weniger Glück im Leben haben.

Andere Festzüge spielen die historische Erntesituation nach und lassen so nicht vergessen, wie hart die Arbeit auf den Feldern für unsere Vorfahren gewesen ist.

Die Feierlichkeiten variieren sehr stark regional. In ländlichen Gegenden ist das Erntefest oft noch etablierter als in urbanen Gebieten.  Allerdings ist es völlig egal, wie das Fest gefeiert wird. Das Wichtigste ist und bleibt, dass Dankbarkeit für die Ernte gezeigt wird und dass man sich wieder bewusst wird, wie eng Mensch und Natur zusammenhängen und wie stark wir von der Umwelt abhängig sind. Durch dieses Bewusstsein werden wir vielleicht wieder ein bisschen respektvoller im Umgang mit der Natur.

Gibt es Erntefeste auch in anderen Ländern?

Natürlich ist man nicht nur in Deutschland dankbar für die herbstliche Ernte. Auch in vielen anderen Ländern ist ein Fest zu diesem Anlass fest in den Traditionen verankert. Bei uns am bekanntesten ist wohl das amerikanische Thanksgiving, welches etwas später im Jahr stattfindet und ein wichtiger familiärer Festtag ist. Aber auch in Japan feiert man, und zwar den „Tag des Dankes für die Arbeit“ am 23.11., der dort auch ein Feiertag ist. Dieser Tag geht auf das frühere kaiserliche Erntedankfest zurück, das man „Kosten des neuen Reises“ nannte.

In Schottland wird zu Erntedank die traditionelle Erntesuppe Hotch-Potch serviert, die aus frischem Fleisch und bestem Gartengemüse besteht. Diese Spezialität soll besonders heilkräftig sein.

 

Wer jetzt Lust hat, selbst die Ernte zu feiern und ein paar leckere herbstliche Gerichte zuzubereiten, kann sich Inspiration in einigen von uns ausgesuchten Rezepten suchen. Typisch für das Erntedankfest ist natürlich ein dekoratives, extra gebackenes Erntedankbrot, das sicherlich seinen leckeren Duft in der Küche verströmen wird. Für kalte, ungemütliche Tage empfehlen wir eine heiße Maronen-Chorizo-Suppe, die von innen wärmt und den Abend im Warmen noch gemütlicher macht. Als herbstlicher Hauptgang beim Familienessen macht sich ein deftiges Rehgulasch mit Pilzen immer gut und garantiert Lob an die Küche. Wer es etwas weniger fleischlastig und dafür lecker fruchtig mag, sollte sich an diesem Kürbis-Quitten-Risotto versuchen.

Und nun wünschen wir viel Spaß mit den duftenden Speisen und leckeren Zutaten.

Alle, die sich lieber bekochen lassen, finden ihr ideales Restaurant wie immer auf speisekarte.de.

Artikelbild von pixel2013

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