Marzipankartoffeln

Wussten Sie schon… Marzipan

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterPin on PinterestPrint this pageEmail this to someone

Eines ist in der Vorweihnachtszeit unabkömmlich: Naschereien! Diese kommen auf unterschiedlichste Weise daher, aber es ist eine Leckerei darunter, die eine rätselhafte Geschichte hat und nicht nur im Advent, sondern auch von Hochzeitstorten, aus Gebäck und aus Pralinen nicht wegzudenken ist. Hauptbestandteil der Süßigkeit sind Mandeln und ihre plastische Konsistenz verleitet Hobbybäcker und Konditoren immer wieder dazu, wahre Kunstwerke zu erschaffen. Ganz klar, es geht um Marzipan! Wie selbstverständlich landet es zu vielen Gelegenheiten in unseren Bäuchen, gerade in der Adventszeit als Zutat im Stollen oder pur als Marzipankartoffel. Dabei ist die Herkunft und Herstellung der Mandelmasse gar nicht einmal so uninteressant!

Was steckt drin?

Marzipan ist eine eher puristische Süßigkeit und benötigt in ihrer Grundform gerade einmal drei Zutaten, nämlich Mandeln, Zucker und Rosenwasser. In der industriellen Herstellung werden natürlich oft noch weitere Zutaten und Aromen verwendet. Nicht zu verwechseln ist Marzipan mit dem ähnlich klingenden und schmeckenden Persipan. Dieses ist sehr viel kostengünstiger und wird aus Pfirsich- oder Aprikosenkernen hergestellt. Oft wird es z.B. in der Lebkuchenherstellung als Alternative zu Marzipan genutzt, um die Preise niedrig zu halten.

Das Rätsel um den Namen

Warum das Marzipan Marzipan heißt, ist bis heute nicht genau geklärt. Es gibt verschiedene Versionen der Namensherkunft, die alle plausibel klingen. Oft wird erzählt, der Name leite sich von „Marcus Panis“ ab, was auf Deutsch Markusbrot heißt und auf die Verbindung zu Venedig und dessen Schutzpatron hindeutet.

Eine andere Version ist es, dass die Süßigkeit mit anderen Köstlichkeiten wie Konfekt und Gewürzen in kleinen Schachteln nach Venedig, Neapel und Sizilien gehandelt wurde. Diese Schachteln wurden „Mataban“ genannt. Angeblich wurde der Name der Schachtel irgendwann auch für den Inhalt genutzt, woraus sich schließlich das Wort Marzipan entwickelte.

Am wahrscheinlichsten ist es, dass der Name sich vom arabischen Begriff „Mauthaban“ ableitet, was soviel bedeutet wie „sitzender König“. Ursprünglich wurden auf die Mandelmasse nämlich Münzen gedrückt, auf denen ein Herrscher auf dem Thron zu sehen war.

Woher kommt’s?

Auch die Geschichte der leckeren Nascherei ist legendenumwoben und nicht mehr wirklich zu rekonstruieren. Gleich drei Städte beanspruchen für sich, Marzipan erfunden zu haben, und zwar Toledo, Lübeck und Königsberg. In allen drei Fällen ist das allerdings recht unwahrscheinlich. Marzipan hat seinen Ursprung wohl bereits Anfang des ersten Jahrtausends im Orient. Dort gab es sowohl Mandeln als auch Rosenwasser und Zucker wurde aus Indien eingeführt, was die orientalische Herkunft plausibel macht. Von dort aus wurde die Süßigkeit zusammen mit anderen besonderen Lebensmitteln nach Venedig geliefert, von wo aus es in ganz Europa gehandelt wurde. Die Kaufleute Venedigs verbreiteten auch das Rezept und die Zutaten in Europa, wo das Marzipan als Luxusgut sich schnell großer Beliebtheit erfreute.

Bald galt Marzipan als Aphrodisiakum, als Kraftnahrung und später sogar als Herzmittel. Es durfte nur von Apothekern oder in Klöstern hergestellt werden. Durch die teuren Inhaltsstoffe war Marzipan für die Bürgerlichen unerschwinglich und blieb Adel und Klerus vorbehalten. Zur Zeit des aufstrebenden Bürgertums begannen auch die neuen Reichen die Süßigkeit zu essen, was vielen Adligen ein Dorn im Auge war. In einigen Städten wurden sogar Verbote ausgesprochen, um den Konsum von Marzipan im Bürgertum zu unterbinden. Nichtsdestotrotz begann Marzipan spätestens mit dem allmählich einsetzenden Handel mit Amerika und den somit sinkenden Zuckerpreisen sich in allen Schichten als Nascherei zu verbreiten. Als dann auch noch entdeckt wurde, dass Zucker aus Rüben gewonnen werden kann, entstand sogar ein eigener Berufszweig, der sich mit Zucker und auch mit Marzipan beschäftigt: der Konditor.

Heutzutage gibt es Marzipan in allen Formen und Farben. Egal ob als künstlerische Skulptur, als kreative Deko auf der Hochzeitstorte, in Pralinenform oder als Backzutat, Marzipan ist aus der süßen Küche nicht wegzudenken. Für die Herstellung in Deutschland sind vor allem Lübeck und Königsberg bekannt. Lübeck exportiert mittlerweile sogar in über 40 Länder.

happy

Wie wird’s gemacht?

Wie Vieles sind auch die Inhaltsstoffe von Marzipan in Deutschland streng geregelt. 48 % Mandeln müssen enthalten sein, ebenso wie 35 % Zucker. Der Feuchtigkeitsanteil darf dabei aber nicht über 17 % liegen. Die Masse aus diesen Zutaten wird anschließend mit Rosenwasser gewürzt und muss nach dem Rösten reifen. Natürlich hat jede Produktion ihr Geheimrezept, das schließlich zu einem einzigartigen und besonderen Geschmack führt.

Wer sich nicht auf die Industrie verlassen möchte, wird sich wundern, wie einfach es ist, Marzipan selbst herzustellen! Wenn Sie es einmal versuchen möchten, nutzen Sie es doch dieses Rezept!

Aber auch Gerichte, in denen gekauftes Marzipan verwendet wird, sind himmlisch lecker! Wie wäre es beim nächsten Kaffeeklatsch zum Beispiel mit feinen Helenenschnitten mit Marzipan (Rezept) oder glutenfreien Mandel-Marzipan-Hörnchen (Rezept)? Als besonderes Dessert oder auch einfach so ist diese vegane Marzipan-Eiscreme (Rezept) ein wahrer Hochgenuss! Was natürlich nicht fehlen darf ist der Klassiker: Weihnachtsstollen (Rezept), hier in der Vollkornversion. Wer kreatives Kochen mag und sich etwas traut, kann Marzipan natürlich auch in deftigen Gerichten verwenden, beispielsweise für Marzipannudeln mit gebratenen Hähnchenbruststreifen (Rezept).

Wir wünschen viel Freude beim Kochen, Backen und Genießen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.