Mindesthaltbarkeitsdatum

Das Mindesthaltbarkeitsdatum – Top oder Flop?

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Wir leben in Zeiten des Überflusses. Zumindest in den westlichen Industrieländern gibt es beinahe nichts, das es nicht gibt und kaum jemand muss hungern oder ohne Wasser auskommen. Dieser Überfluss hat aber einen großen Nachteil: Er führt dazu, dass wir mit vielen Dingen unachtsam umgehen, insbesondere mit Lebensmitteln. Durch diese Unachtsamkeit kommen erschreckende Zahlen zustande. Fast ein Viertel des weltweiten Wasserverbrauchs wird für den Anbau von Lebensmitteln verwendet, die dann auf dem Müll landen. In Europa werden jährlich fast 90 Mio. Tonnen Essen weg geworfen. Oft werden Produkte entsorgt, die ihr Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) erreicht haben, aber trotzdem noch genießbar gewesen wären.

Führt dieses Datum also zur Verschwendung von Lebensmitteln und wenn ja, sollte man es dann nicht abschaffen?

Die Bedeutung des MHD

Das MHD ist eine Empfehlung des Herstellers darüber, in welchem Zeitraum das ungeöffnete Produkt bei korrekter Lagerung konsumiert werden sollte. Bis zu diesem Datum werden spezifische Eigenschaften, wie zum Beispiel Geruch, Farbe, Konsistenz, Nährwert und Geschmack, vom Produzenten garantiert. Es wird nach dem Ermessen des Herstellers festgelegt und bedeutet auf keinen Fall, dass ein Lebensmittel nach Überschreitung des Datums direkt ungenießbar ist.

Im Gegensatz dazu gibt es das Verbrauchsdatum für sehr leicht verderbliche tierische Produkte wie Hackfleisch und Geflügel. Ist dieses überschritten, sollte das Produkt umgehend in die Tonne wandern, da ansonsten im schlimmsten Falle eine Lebensmittelvergiftung droht.

Sinn oder Unsinn?

Einige Lebensmittel werden fälschlicherweise wegen eines abgelaufenen MHD entsorgt, ohne dass sie Mängel aufweisen würden. Unverpackte Ware wie Gemüse, Brot und Obst oder sehr lang Haltbares, zum Beispiel Salz, müssen kein MHD tragen. Was und wie gekennzeichnet werden muss, ist in der Lebensmittelkennzeichenverordnung festgelegt. Ernährungsminister Schmidt fordert die Abschaffung des MHD und dafür ein Verbrauchsdatum, wie es bei leicht verderblicher Ware üblich ist, auch für andere Produkte, wie zum Beispiel Milch und Schinken. Er will damit erreichen, dass die Konsumenten genau wissen, wie lang sie ein Produkt bedenkenlos konsumieren können. Außerdem investiert er in die Erforschung intelligenter Verpackungen, die durch Mikrochips automatisch anzeigen, ob ihr Inhalt noch genießbar ist.

Würde die Abschaffung des MHD also zu einer geringeren Lebensmittelverschwendung führen? Hierzu sagt der Verbraucherschutz ganz klar: Nein! Die Begründung ist, dass viele der unnötig weggeworfenen Lebensmittel zu der Gruppe gehören, die sowieso kein MHD tragen, und die Lösung des Ministers keinen Nennenswerten Effekt hätte. Das MHD trage außerdem zur leichteren Orientierung der Verbraucher bei. Stattdessen wird vorgeschlagen, mehr Ausnahmen zu den Lebensmitteln ohne MHD hinzuzufügen, zum Beispiel Kaffee, Nudeln, Konserven und andere Produkte, die extrem lange haltbar sind. Auch die EU-Kommission hält dies für sinnvoll und arbeitet an der Umsetzung.

Fazit

Wichtig ist zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung vor allem eins: Aufklärung. Das MHD würde nicht zum Wegwerfen von Produkten führen, wenn allen Konsumenten die Bedeutung des Datums bewusst wäre. Es ist wichtig, sich auf seine Sinne zu verlassen, wenn man über die Genießbarkeit von Lebensmitteln entscheidet. Wenn etwas gut aussieht, gut riecht und gut schmeckt kann man es ruhigen Gewissens als noch essbar einstufen. Wer mündig ist und mit etwas Verstand an die Sache heran geht, kann das MHD getrost ignorieren. Ein Wegwerfdatum wäre also kontraproduktiv und würde eher zu mehr Verschwendung führen. Die Lösung lautet ganz klar: Erst probieren, dann entscheiden!

Rezepte

Damit auch Sie etwas für die Umwelt tun können, haben wir ein paar Ideen zur Resteverwertung in der heimischen Küche. Sehr lecker dürfte dieses Resterezept für Nudel-Joghurt-Auflauf mit Schinken (Rezept) sein. Eher asiatisch aber genauso effektiv: scharfes Wokgemüse mit Hähnchenbrust in Honigmarinade (Rezept). Eine gute Idee für Reste aller Art ist auch eine selbstgemachte Pizza, den fertigen Teig gibt es in jedem Supermarkt! Eine bunte Nudelpfanne ist ebenfalls geeignet, um die Reste aus dem Kühlschrank sinnvoll zu verwerten. Wir wünschen viel Spaß beim Kochen und Verwerten!

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